„Uran für Moskau“

„Die Geschichte der Wismut AG“ in der DDR, des weltgrößten Uranproduzenten, zeichnet der Berliner Wirtschaftshistoriker Dr. Rainer Karlsch in seinem öffentlichen Vortrag nach.


Lüdenscheider Gespräch am 29. April

„Die Geschichte der Wismut AG“ zeichnet der Berliner Wirtschaftshistoriker Dr. Rainer Karlsch in seinem Vortrag „Uran für Moskau“ am Mittwoch, 29. April, in der Vortragsreihe Lüdenscheider Gespräche nach. Sie beginnt um 18 Uhr im Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid. Veranstalter ist das Institut für Geschichte und Biografie der FernUniversität in Hagen. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei.

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Um im atomaren Wettrüsten gleichziehen zu können, benötigte die Sowjetunion nach 1945 dringend Uran. Mit allen Mitteln wurde deshalb der Erzbergbau in Sachsen und Thüringen vorangetrieben. Mit der Wismut AG entstand ein abgeschottetes Unternehmen, das in wenigen Jahren zum weltgrößten Uranproduzenten aufstieg. Anfangs kamen Zwangsvermittelte zum Uranbergbau, später wurden Freiwillige von den überdurchschnittlichen Verdienstchancen und Sozialleistungen angezogen. Doch das stürmische Wachstum hatte seinen Preis. Landschaften und Siedlungen wurden rücksichtslos dem Bergbau geopfert. Tausende Bergleute erkrankten an Lungenkrebs und Silikose.

In die Krise geriet der Uranbergbau nach 1977. Die besten Lagerstätten waren inzwischen abgebaut. Die Kosten stiegen rasant an. Die SED-Führung wollte den Uranbergbau jedoch selbst nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 nicht aufgeben. Im Jahr 1991 wurde die SDAG Wismut aufgelöst. Die aufwändige Sanierung der Altlasten übernahm die bundeseigene Wismut GmbH.

Weitere Auskünfte erteilt Eva Engelhardt (E-Mail: Eva.Engelhardt@FernUni-Hagen.de).

Die Veranstaltungsreihe Lüdenscheider Gespräche findet unter dem Dach das Hagener Forschungsdialogs der FernUniversität statt.

Gerd Dapprich | 10.04.2015