45 Jahre „Tatort“: populäres Gedächtnis der Gegenwartskultur

Die Reihe greift immer wieder gesellschaftlich relevante Themen auf und problematisiert sie. Darüber spricht Dr. Christian Hißnauer am 6. Mai in der BürgerUniversität Coesfeld.


Fernseh- und Gesellschaftsgeschichte im Krimiformat

Der „Tatort“ ist die am längsten laufende und erfolgreichste Krimi-Reihe im bundesdeutschen Fernsehen. Gleichzeitig sind sie sehr ungewöhnlich, weil sie verschiedene Ermittler-Serien in sich vereinen. Mit dieser Serie befasst sich Dr. phil. Christian Hißnauer am Mittwoch, 6. Mai, in der „BürgerUniversität Coesfeld“. Sie findet ab 19 Uhr im Regionalzentrum Coesfeld, WBK – Wissen Bildung Kultur, Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld, statt. Der Eintritt ist frei. Veranstaltet wird die Reihe von der Ernsting's family-Junior-Stiftungsprofessur für Soziologie familialer Lebensformen, Netzwerke und Gemeinschaften (Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke) der FernUniversität unter dem Dach ihres Hagener Forschungsdialogs.

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Der „Tatort“ ist die am längsten laufende und erfolgreichste Krimi-Reihe im bundesdeutschen Fernsehen. Gleichzeitig sind die ARD-Produktionen sehr ungewöhnliche Krimis, weil sie verschiedene Ermittler-Serien – und zum Teil auch Einzelfilme – in sich vereinen. Das macht dieses Format nahezu einmalig.

Da die Reihe immer wieder gesellschaftlich relevante Themen aufgreift und problematisiert, gilt der „Tatort“ als – so Eike Wenzel – „populäres Gedächtnis unserer Gegenwartskultur“ oder als ‚zuverlässiges Archiv der Gegenwartsgeschichte‘. Der Vortrag zeichnet die Entwicklung des „Tatorts“ nach und bestimmt darüber den fernsehgeschichtlichen Stellenwert der Reihe. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Frage, wie der Tatort mit gesellschaftlichen Themen umgeht. Beispielhaft wird dabei die Thematisierung der NS-Vergangenheit und des RAF-Terrorismus untersucht.

Dr. phil. Christian Hißnauer ist seit 2010 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der DFG-Forschergruppe „Ästhetik und Praxis populärer Serialität“ an der Georg-August-Universität Göttingen. Seine Schwerpunkte sind Fernsehgeschichte, Theorie, Geschichte und Ästhetik dokumentarischer und hybrider Formen in Film und Fernsehen, audiovisuelle Erinnerungs-/Geschichtskulturen, Serien- und Serialitätsforschung.

Auskunft erteilt das Regionalzentrum Coesfeld der FernUniversität in Hagen, Tel.: 02541 – 75 82, E-Mail: regionalzentrum.coesfeld@fernuni-hagen.de.

Gerd Dapprich | 15.04.2015