Folien in Lehre und Landwirtschaft

Prof. Dr. Robert Gaschler hat zum April die Leitung des Lehrgebiets Allgemeine Psychologie: Lernen, Motivation, Emotion an der FernUniversität übernommen.


Prof. Gaschler neuer Leiter des Lehrgebiets Allgemeine Psychologie: Lernen, Motivation, Emotion

Portrait von Prof. Dr. Robert Gaschler
Freut sich auf die Arbeit an der FernUniversität: Prof. Dr. Robert Gaschler

Durch Zufall hatte Robert Gaschler bei seinem ersten Unibesuch als Schüler an einem wahrnehmungspsychologischen Experiment teilgenommen. Ab da stand fest: „Ich möchte Psychologie studieren und experimentell forschen.“ Um dieser Leidenschaft nachgehen zu können, wird man am besten Professor. Am 1. April hat Prof. Dr. Robert Gaschler dieses Ziel erreicht: Er ist der neue Leiter des Lehrgebiets Allgemeine Psychologie: Lernen, Motivation, Emotion an der FernUniversität in Hagen.

Damit übernimmt der gebürtige Neubrandenburger eine Teildisziplin der Psychologie, die sich primär mit Grundlagenforschung befasst. „Es geht um allgemeine Aussagen dazu, wie Lernen, Motivation usw. grundsätzlich funktionieren, und die kann man sehr gut anhand von Anforderungen vermitteln und anwenden, die das Fernstudium stellt“, erklärt Gaschler.

Forschungsschwerpunkte

In der Forschung ist dem 36-Jährigen auch der Anwendungsbezug wichtig. So zum Beispiel in der Motivationspsychologie für den Umweltschutz – einem seiner Forschungsschwerpunkte. Hier schaut er sich unter anderem die Konsumentinnen- und Konsumentenperspektive auf den Plastikfolieneinsatz in der Landwirtschaft an. Er kann sich gut vorstellen, Bachelorarbeiten zu der Thematik anzubieten. „Die Bedingungen, um eine aussagekräftige Stichprobe zu bekommen, sind an der FernUniversität ideal, weil Studierende, die die Daten erheben, und die befragten Personen ja in vielen unterschiedlichen Regionen leben.“ Weitere Forschungsschwerpunkte des neuen FernUni-Professors sind die Wissenschaftsforschung mit dem Fokus darauf, wie interdisziplinäre Arbeitsgruppen über ihren Forschungsgegenstand lernen. Dazu forscht er innerhalb des Exzellenzclusters Bild Wissen Gestaltung. Die Details von unbewussten Lernprozessen erforscht er in einem gerade bewilligten DFG-Projekt zum Reihenfolgen-Lernen.

An der FernUniversität hat Gaschler jedoch auch Pläne, ein neues Forschungsfeld anzugehen: die psychologische Fachdidaktik. Von den Ergebnissen seiner Forschung könnten sowohl die über 14.000 Psychologie-Bachelorstudierenden als auch die Lehrenden am Institut für Psychologie profitieren. „Ich möchte herausfinden, wie man Inhalte des Psychologie-Bachelorstudiengangs besser vermitteln kann. Dafür gibt es hier ideale Voraussetzungen, weil die Lehre stark strukturiert und das Material verschriftlicht ist, woanders gibt es oft nur Powerpoint-Folien.“

Ideale Bedingungen in Hagen

Auch sonst ist Gaschler von den Arbeitsbedingungen, die er bisher in Hagen vorgefunden hat, sehr angetan: „Es ist ein sehr attraktiver Arbeitsplatz mit erstklassigen Ressourcen. Ich habe Zugriff auf sehr viele Online-Zeitschriften, das Angebot der Bibliothek ist hervorragend. Ich kann mit engagierten Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten und die Studierenden können das Gelernte häufig direkt im Beruf anwenden und mir Feedback geben.“

Von Berlin über Landau nach Hagen

Vor seiner Berufung nach Hagen war Robert Gaschler Juniorprofessor an der Universität Koblenz-Landau. Dorthin war er nach seinem Studium, der Doktorarbeit und einer Postdoc-Zeit in Berlin an der Humboldt-Universität bzw. an der Max-Planck-Research School und der Charité gewechselt.

Seit Ostern ist der Psychologe in Hagen, seine Frau und seine zwei Töchter folgen in den Sommerferien. Dann freut er sich schon darauf, mit ihnen das Ruhrgebiet in einem Kanu oder Paddelboot zu „bewandern“. „Das ist ein Sport, der sich sehr gut mit der ganzen Familie zusammen machen lässt.“ Für ihn ein wichtiges Kriterium, das seine frühere Sportart nicht so gut erfüllte. Sein schwarzer Gürtel im Judo ist im Schrank, seit die Kinder Sport-Vorschläge machen .

Carina Grewe | 21.04.2015