Arbeitsplatz Hochschulbüro

Die Wanderausstellung der Leibniz-Universität Hannover stellt den Wandel der Anforderungen und Arbeitsinhalte vor und beleuchtet die Themen Wertschätzung und Bezahlung.


FernUnispezifische Exponate bereichern Ausstellung „Mit Schirm, Charme und Methode"

Klack. Klack-Klack. Klack. Ping. Das Geräusch einer Schreibmaschine schallt durch das Seminargebäude. Schreib- und Rechenmaschinen, Büromaterial und Fotowände zeigen, wie früher in den Sekretariaten der FernUniversität in Hagen gearbeitet wurde. Für die Ausstellung „Mit Schirm, Charme und Methode – Arbeitsplatz Hochschulbüro“, die jetzt für vier Wochen an der FernUniversität zu Gast ist, haben Beschäftigte der Hagener Hochschule eine Reihe fernunispezifischer Exponate zusammengetragen.

Diese ergänzten jetzt bei der Eröffnungsveranstaltung die Wanderausstellung der Leibniz-Universität Hannover. Aufgeteilt in zwei Gruppen tauchten mehr als 100 Teilnehmende, darunter auch viele ehemalige Sekretärinnen der FernUniversität, bei einem geführten Rundgang in die komplexe Arbeitswelt in Hochschulsekretariaten ein. Dr. Bettina Kretzschmar, ehemalige Mitarbeiterin in der Gleichstellungsstelle und promovierte Historikerin, führte vergnüglich und informativ durch 200 Jahre Büroarbeit. Sie stellte den Wandel der Anforderungen und Arbeitsinhalte vor und beleuchtete die Themen Wertschätzung und Bezahlung. Im Publikum entdeckte sie außerdem Lothar Dicke, den ersten männlichen Sekretär der FernUniversität, der auch auf einer Fotowand in der Ausstellung zu sehen war.

Illustration
Eine Zeitreise durch die Sekretariate der FernUni: Zahlreiche Exponate ergänzten die Wanderausstellung.

Rück- und Ausblick im Jubiläumsjahr

„Im Jubiläumsjahr 40 Jahre FernUniversität schauen wir voraus und blicken zurück“, sagt Gleichstellungsbeauftragte Melanie Graf, die die Ausstellung nach Hagen geholt und mit ihrem Team um fernunispezifische Plakate und Exponate ergänzt hat. Entstanden ist auch eine Broschüre der Gleichstellungsstelle zum Arbeitsplatz Hochschulbüro.

Wer aber könnte besser Auskunft über den Wandel der Arbeit in den FernUni-Sekretariaten geben, als die Beschäftigten selbst? In einer Gesprächsrunde mit Moderatorin Dr. Susanne Winnerling, Gleichstellungsbeauftragte der Fakultät KSW, erzählten Jessica Gackowska, Regina Herzbruch-Schütte, Nicole Lotz, Monika Lücke und Hendrik Gülland von ihrer Arbeit in den Sekretariaten von Lehrgebieten und Verwaltung. „Der größte Umbruch war die Einführung des Computers“, blickte mit Regina Herzbruch-Schütte die Dienstälteste unter ihnen auf 40 Jahre an der FernUniversität zurück.

Melanie Graf
Gleichstellungsbeauftragte Melanie Graf hat die Wanderausstellung nach Hagen geholt.

Nur drei männliche Beschäftigte in Sekretariaten der FernUni

Hendrik Gülland ist einer von insgesamt nur drei männlichen Sekretariatsmitarbeitern. Er arbeitet im Lehrgebiet von Prof. Dr. Barbara Völzmann-Stickelbrock und schätzt die Abwechslung und den Kontakt zu den Studierenden. Die Unterrepräsentanz von Männern in Sekretariaten der Lehrgebiete führt er auf den Mangel an unbefristeten Vollzeitstellen zurück.

Ernste Töne wurden durchaus angeschlagen, aber auch unterhaltsame. Die Hagener Kabarettistin Kriszti Kiss las, spielte und sang „Von Büroengeln“. Und Kanzlerin Regina Zdebel klärte auf, warum diese „etwas andere, lustige und interessante Ausstellung“ den Titel „Mit Schirm, Charme und Methode“ trägt. Der Name sei angelehnt an die britische Fernsehserie „Mit Schirm, Charme und Melone“, in der Agentin Emma Peel (Diana Rigg) einen starken und emanzipierten Typ Frau verkörpert.

Anekdoten aus Sekretärinnen-Handbüchern

Einen komplett anderen Frauentyp sprechen die Sekretärinnen-Handbücher aus den Jahren 1973 und 1982 an, in denen Melanie Graf geblättert hat. „Wechseln Sie Ihre Haarfarbe nicht so oft“ wird darin etwa empfohlen. Das sei Schauspielerinnen vorbehalten. In der heutigen Zeit bekommen aber auch männliche Chefs ihr Fett weg. Im Sekretariatsknigge wird ihnen geraten, im Büro weder direkt aus der Wasserflasche zu trinken noch mit Keksen zu krümeln.

Die Ausstellung „Mit Schirm, Charme und Methode“ ist noch bis Ende Mai im Seminar-Gebäude zu sehen, allerdings aus Platzgründen ohne die fernunispezifischen Exponate. Diese sollen im Laufe des Jubiläumsjahres erneut an anderer Stelle gezeigt werden.

Carolin Annemüller | 12.05.2015