Stimmgewichte von Gruppen in Entscheidungsorganen aus mathematischer Sicht

Über das Thema „On the Democratic Weights of Nations – Faire Stimmgewichte in zweistufigen Abstimmungsverfahren“ spricht Prof. Stefan Napel aus Bayreuth.


Kolloquium der Fakultät für Mathematik und Informatik am 18. Mai

Im Kolloquium der Fakultät für Mathematik und Informatik der FernUniversität in Hagen geht es am Montag, 18. Mai, um das Thema „On the Democratic Weights of Nations – Faire Stimmgewichte in zweistufigen Abstimmungsverfahren“. Referent ist Prof. Dr. Stefan Napel, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Bayreuth.

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Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr, ab 16.30 Uhr ist Gelegenheit gegeben, sich bei Kaffee und Tee im Veranstaltungsraum 4 und 5 im Obergeschoss des Seminargebäudes der FernUniversität Universitätsstraße 33, 58097 Hagen zu treffen. Die wissenschaftliche Veranstaltung unter dem Dach des Hagener Forschungsdialogs der FernUniversität ist öffentlich, auch interessierte Bürgerinnen und Bürger sind willkommen.

Abstract:

Welche Stimmgewichte sollten Vertreter unterschiedlich großer Gruppen in einem kollektiven Entscheidungsorgan wie dem EU-Ministerrat erhalten, damit es fair zugeht? Fairness wird dabei als die Forderung operationalisiert, dass der indirekte Einfluss jedes Individuums auf Entscheidungen zumindest a priori gleich ist. Die Analyse unterscheidet sich von bisherigen durch die Betrachtung von Intervallen statt nur binären Entscheidungsmöglichkeiten. Neue Gründe führen zu einem bekannten Schluss: Die Stimmgewichte sollten proportional zur Quadratwurzel der reprä­sentierten Bevölkerungsgrößen sein, wenn die individuellen Präferenzen unabhängig identisch verteilt sind. Dieses Ergebnis ist jedoch wenig robust. Haben die Präferenzen eine gruppenspezifische Komponente, so ist eine auf dem Shapley-Wert basierende Variation von Proportionalität zur Bevölkerungszahl zu bevorzugen.

Gerd Dapprich | 07.05.2015