Nicht nur ein Fußballspiel

Mit ihrem Sieg beim WM-Finale in Bern 1954 riss die deutsche Mannschaft die gesamte deutsche Gesellschaft auf ungeahnte Weise mit.


„Deutschland und die Fußball-WM 1954“ im Lüdenscheider Gespräch am 17. Juni

Der öffentliche Vortrag „Eine normale Nation? Deutschland und die Fußball-WM 1954“, im Lüdenscheider Gespräch am Mittwoch, 17. Juni zeigt, wie eng sportliche Ereignisse mit politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aspekten zusammenhingen. Referent im Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid, ist ab 18 Uhr Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Brüggemeier.

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Schon den Zeitgenossen war klar, dass am 4. Juli 1954 in Bern etwas Ungewöhnliches passiert war. Dort hatte nicht nur ein Fußballspiel stattgefunden. Vielmehr riss die deutsche Mannschaft mit dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 die gesamte deutsche Gesellschaft auf ungeahnte Weise mit.

Der Vortrag beschreibt Vorgeschichte, Verlauf und Nachwirkungen der Weltmeisterschaft und zeigt, wie eng sportliche Ereignisse mit politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aspekten zusammenhingen. So entsteht ein Bild der Bundesrepublik im Frühsommer 1954, von Wirtschaftswunder und Armut, Unsicherheit und Auftrumpfen und der angestrengten Suche nach Normalität. Im Rückblick wird deutlich, wie der Weltmeistertitel die Deutschen geradezu aus der Bahn warf und für einen Moment eine neue, eine virtuelle Gemeinschaft schuf.

Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Brüggemeier ist Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschafts- Sozial- und Umweltgeschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Neben vielen wissenschaftlichen Publikationen wirkte er an den Ausstellungen „Feuer und Flamme. 200 Jahre Ruhrgebiet“ und „Der Ball ist rund. Die Fußballausstellung“ im Gasometer Oberhausen mit. 2014 erschien sein Buch „Weltmeister im Schatten Hitlers. Deutschland und die Fußball-Weltmeisterschaft 1954“.

Gerd Dapprich | 18.05.2015