Das digitale Profil der Hochschulen

Prof. Theo Bastiaens und Prof. Uwe Elsholz, beide vom Institut für Bildungswissenschaft und Medienforschung, stellten Einsatzszenarien multimedialer Lehr- und Lernwerkzeuge vor.


Arbeitstreffen der Themengruppe „Curriculum Design und Qualitätsentwicklung“

Eine Gruppe von Menschen steht auf einem Balkon mit Blick über das Gelände der FernUniversität.
Die Mitglieder der Themengruppe „Curriculum Design und Qualitätsentwicklung“ trafen sich zu einer Arbeitssitzung in Hagen.

Die Leitfrage des Arbeitstreffens der Themengruppe „Curriculum Design und Qualitätsentwicklung“ im Hochschulforum Digitalisierung lautete: Welches Potenzial bieten digitale Medien bei der Entwicklung von Studiengängen? „Für die Herausforderungen in der Hochschulbildung ist die Digitalisierung eine von mehreren Komponenten“, betonte Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer als Themenpate bei der Besprechung der Gruppe an der FernUniversität in Hagen. „Viele Themenkomplexe sind erst einmal unabhängig von Digitalisierung. Diese treibt dann manchmal Entwicklungen voran. Auf jeden Fall muss der Einsatz multimedialer Lehr- und Lernwerkzeuge auf seinen Mehrwert, also seinen Nutzen für Studierende, hin geprüft werden.“

Best practice aus der FernUniversität

Prof. Dr. Theo Bastiaens, Inhaber des Lehrgebietes Mediendidaktik an der FernUniversität, stellte den Master-Studiengang „Bildung und Medien: eEducation“ vor. Studierende sollen befähigt werden, Werkzeuge wie Portfolios, Wikis und Lerntagebücher auf ihre Eignung für Lehr- und Lernzwecke einzuschätzen. „Wir sollten Lehrpläne nicht um die Tools herum aufstellen, sondern Tools gezielt in die Lehrpläne integrieren – immer mit Blick auf unsere studentische Zielgruppe“, sagte Bastiaens.

Über die Potenziale von E-Portfolios im Studium sprach Prof. Dr. Uwe Elsholz, Inhaber des Lehrgebietes Lebenslanges Lernen an der FernUniversität. E-Portfolios dienen zur Dokumentation und Reflexion von Lernprozessen. „Digitalisierung ist kein Selbstzweck“, betonte Elsholz im Rahmen seines Vortrags. E-Portfolios besitzen zum Beispiel dann einen Wert für Studierende, wenn sie dadurch Praxiserfahrungen mit dem theoretischen Wissen verknüpfen oder einzelne Module zueinander in Verbindung setzen können.

Solche Beispiele aus der Praxis wird die Themengruppe aufbereiten, um daraus Empfehlungen und Handlungsfelder abzuleiten, die den Diskurs über Chancen und Herausforderungen digitaler Medien in Lehr- und Lernszenarien ermöglichen. Darüber hinaus hat die Themengruppe an Thesen und Ausführungen zu Fragen der Qualitätssicherung und Studiengangsplanung gearbeitet.

Themenwoche „Digital Turn“

Das nächste Treffen der Themengruppe „Curriculum Design und Qualitätssicherung“ findet im September im Regionalzentrum der FernUniversität in Berlin statt. Alle sechs Themengruppen innerhalb des Hochschulforums präsentieren ebenfalls im September ihre Zwischenergebnisse auf der Halbzeitkonferenz des Hochschulforums im Rahmen der Themenwoche „The Digital Turn“ in Berlin.

Das Projekt Hochschulforum Digitalisierung wird als nationale Expertiseplattform gemeinsam getragen vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und der Hochschulrektorenkonferenz, gefördert wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Anja Wetter | 16.06.2015