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Aktuelles - Juni 2015

Internationale Ökonomie

Prof. Hans-Jörg Schmerer baut neuen VWL-Lehrstuhl auf

Portrait eines Mannes: Prof. Hans-Jörg Schmerer lehrt Internationale Ökonomie an der FernUniversität.
Prof. Hans-Jörg Schmerer lehrt Internationale Ökonomie an der FernUniversität.

Prof. Dr. Hans-Jörg Schmerer überschreitet gern Grenzen: Der Volkswirtschaftler hat sich der realen Außenwirtschaftstheorie verschrieben. Ihn interessiert der internationale Austausch von Waren und Dienstleistungen. Seine künftigen Studierenden werden lernen, warum Länder Außenhandel betreiben und welche Auswirkungen Migration auf den (Binnen-)Arbeitsmarkt hat. An den Studieninhalten arbeitet Schmerer derzeit. Der 35-Jährige baut an der FernUniversität den Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insbes. Internationale Ökonomie an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft auf. Im Sommersemester 2016 wird es erstmals möglich sein, im Rahmen eines Bachelorstudiengangs ein von Prof. Schmerer verfasstes Modul zu studieren.

„Ich find es sehr reizvoll, einen neuen Lehrstuhl aufzubauen“, sagt Schmerer, der international auf zwei Säulen steht: der Volkswirtschaft und der Sinologie. Er hat beides parallel in Tübingen studiert – als Internationale VWL. „Ich hatte schon damals eine Affinität zu China“, sagt er. Die ist geblieben.

Digitale Werkzeuge in der Lehre

Seine Studienmaterialien an der FernUniversität wird er allerdings auf Deutsch oder Englisch verfassen. Die Module für den Studiengang wird er nach und nach entwickeln. Es wird klassische Studienbriefe geben, die Schmerer um Online-Materialien ergänzt. Mit der Lernplattform moodle hat Schmerer bereits Erfahrung aus vorhergehenden Lehrtätigkeiten. „Ich halte digitale Werkzeuge in der Lehre grundsätzlich für sehr sinnvoll. Sie ermöglichen es den Studierenden, sich den Stoff zunächst selbstständig zu erarbeiten und anschließend über Kanäle wie moodle oder auch in Seminaren gemeinsam daran arbeiten. Außerdem finde diesen kollaborativen Aspekt sehr positiv.“

Derzeit ist Schmerer im regen Austausch mit seinem Fakultätskollegen Prof. Helmut Wagner, der ebenfalls international orientiert ist. Beide waren auch schon als Gastprofessoren an der Universität Xiamen in China. „Wir ergänzen uns inhaltlich sehr gut“, sagt Schmerer. Während Wagner sich mit makroökonomischen Fragestellungen der Globalisierung und Geldpolitik beschäftigt, analysiert Schmerer deren mikroökonomische Folgen.

Forschung, Empirie und Politikberatung

Die Grundlagen für seine wissenschaftlichen Schwerpunkte legte Schmerer mit seinem Studium in Tübingen. „Das war eine der wenigen Universitäten, an der ich Internationale VWL mit einem Sprachstudium kombinieren konnte“, sagt er. Das Doppel-Studium reizte ihn. Ein Jahr lang konzentrierte er sich voll und ganz auf Chinesisch: „Um die Sprache zu erlernen, muss man sich mit der Kultur vertraut machen.“ Die Gelegenheit dazu nutzte Schmerer vor allem in seinem Studienjahr an der Universität Nanjing.

Im Anschluss ans Studium nahm er das Angebot zur Promotion in Tübingen an. Eine wissenschaftliche Karriere hatte er bis dahin nicht geplant. „Aber das Thema passte, es ging um Auswirkungen der Globalisierung auf den Arbeitsmarkt. Seit meiner Diplom-Arbeit faszinierte es mich, wissenschaftlich zu arbeiten“, erinnert sich Schmerer.

Noch während der Promotion wechselte Schmerer ans Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), der Forschungseinrichtung der Bundesarbeitsagentur. Inhaltlich entsprach die Stelle seinem Dissertationsthema, er konnte zudem intensiv empirisch arbeiten. Dazu kam die Beratung politischer Akteure auf dem Feld der Arbeitsmarktpolitik. Allerdings ließ Schmerer die akademische Forschung nicht ganz los. „Ich habe Lehrveranstaltungen in Bayreuth und Tübingen gegeben“, erzählt der Wissenschaftler. Mit einer Lehrstuhlvertretung für Internationale Ökonomie an der Uni Passau stellte er 2013 die Weiche komplett zurück ins universitäre Umfeld. Zunächst übernahm er eine Lehrstuhlvertretung für Internationale Ökonomie, anschließend wechselte Schmerer an die Uni Duisburg/Essen.

Dort bekam er den Ruf an die FernUniversität auf den neuen VWL-Lehrstuhl. „Ein ehemaliger Kommilitone von mir hat an der FernUni studiert. Deshalb kenne ich das System schon und wusste vor allem um das hohe Niveau des Studiums.“

International und bilingual

Neben seinem wissenschaftlichen Start an der FernUniversität steht Hans-Jörg Schmerer auch vor privaten Herausforderungen. Im April ist er zum ersten Mal Vater geworden. Seine Tochter wird zweisprachig aufwachsen: Deutsch und Chinesisch. Es liegt in der Familie…

Anja Wetter | 05.06.2015
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