Literatur, Akustik, Medien

Rund 50 Studierende belebten bei der 11. Studienwoche Literaturwissenschaft fünf Tage lang den Campus der FernUniversität.


Seminare, Ringvorlesungen sowie Erfahrungsaustausch mit Lehrenden und Mitstudierenden

Gibt es ein literarisches Wissen vom Hören und von seiner Geschichte? Welche Rolle spielt die Stimme des Erzählens im Tonfilm? Welche Medien des Akustischen wie Grammophone oder Radios werden literarisch wie reflektiert? Um diese Fragen ging es jetzt bei der mittlerweile 11. Studienwoche des Instituts für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft der FernUniversität in Hagen.

Die Veranstaltung griff unter dem Titel „Literatur-Akustik-Medien“ ein sehr aktuelles Thema auf, zu dem die FernUniversität mit ihren Lehrstuhlinhabern Prof. Dr. Uwe Steiner, Prof. Dr. Michael Niehaus und Prof. Dr. Armin Schäfer über ausgewiesene Experten verfügt. Seit den 1970er Jahren wird immer wieder über das Verhältnis zwischen Literatur- und Medienwissenschaft und ihre jeweiligen Gegenstände diskutiert. Heute beschäftigt sich die Germanistik insbesondere mit der Frage, wie sich Literatur in ihren Medien („the medium is the message“, Marschall McLuhan) verhält.

Teilnehmende der Literaturwoche
Rund 50 Studierende belebten fünf Tage lang den Campus.
Prof. Uwe Steiner bei der Begrüßung
Prof. Uwe Steiner stellte bei der Eröffnung das Programm der Literaturwoche vor.

Literatur ist eng mit dem Akustischen verknüpft

Dass Literatur eng mit dem Akustischen verknüpft ist, zeigt ein Blick in die Historie. Die ersten Erzählungen, beispielsweise Bibeltexte, wurden nicht aufgeschrieben, sondern von Mund zu Mund weitergegeben. Ebenso will das Drama nicht nur gelesen, sondern vor einem Publikum aufgeführt und akustisch vernommen werden. Durch akustische Aufzeichnungsmedien wie dem Phonographen oder das Diktiergerät bildeten sich für den Autor ebenfalls neue Möglichkeiten der Textgenese heraus. Das Radio brachte als ausschließlich auditiv konsumierbares Medium die Kunstform des Hörspiels hervor. Im Wort des heute häufig nebenbei konsumierten „Hörbuchs“ deutet sich bereits die Nähe zum ursprünglichen Gegenstand der literaturwissenschaftlichen Forschung an. „Literaturwissenschaftliche Fragestellungen begegnen uns also trotz Loslösung von der klassisch textuellen Form in ganz unterschiedlichen, vor allem akustischen Medien“, verdeutlichte Prof. Uwe Steiner. „Die einzelnen Veranstaltungen der Studienwoche haben immer wieder gezeigt, wie in der Dimension des Akustischen Literatur- und Medienwissenschaft aufeinandertreffen.“

Die rund 50 Studierenden, die den Campus der FernUniversität für fünf Tage belebten, vertieften das Thema „Literatur, Akustik, Medien“ in zahlreichen Präsenzseminaren. So gab es unter anderem Seminare mit den Titeln „Hörbücher“, „Voice over im Film“ oder auch „Walter Benjamin und das frühe Radio“. Daneben wurden auch die Ringvorlesungen sehr gut angenommen, insbesondere der öffentliche Abendvortrag von Dr. Cornelia Epping-Jäger zum Thema „HörSäle der Literatur. Die ‚Gruppe 47‘ und ‚Das Literarische Colloquium Berlin‘“.

Persönlicher Erfahrungsaustausch

Neben den fachlichen Inhalten kamen auch die sozialen Vorteile einer Studienwoche nicht zu kurz. „Die Studierenden freuten sich vor allem darüber, mit ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen in Kontakt zu treten und Erfahrungen auszutauschen“, so das Fazit von Prof. Steiner. Fast schon eine Institution ist das jedes Jahr organisierte gemeinsame Abendessen mit den Lehrenden in einem Hagener Restaurant.

Wer die Studienwoche Literaturwissenschaft verpasst hat, kann den öffentlichen Abendvortrag sowie die übrigen Ringvorlesungen nachhören unter

http://www.fernuni-hagen.de/videostreaming/ksw/literatur/20150609.shtml

proe | 09.07.2015