Willkommen in der neuen Arbeitswelt

Die FernUniversität vergibt Stipendien für Habilitandinnen. Wir begleiten die Wissenschaftlerinnen auf ihrem Weg zur Habilitation. Heute: Wirtschaftsinformatikerin Dr. Katharina Ebner.


Auf dem Weg zur Habilitation – heute: Dr. Katharina Ebner

Dr. Katharina Ebner
Dr. Katharina Ebner beschäftigt sich in ihrer Habilitation mit der Akzeptanz von Technologie.

Dr. Katharina Ebner sitzt in ihrem papierlosen Büro im Eugen-Schmalenbach-Gebäude auf dem Campus in Hagen. Seminar- und Abschlussarbeiten korrigiert sie elektronisch. Die 30-jährige Wirtschaftsinformatikerin ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Betriebliche Anwendungssysteme, von Prof. Dr. Stefan Smolnik. Das gesamte Lehrstuhlteam ist digital vernetzt. „Arbeiten im Homeoffice ist kein Problem. Oft sind wir auf Standorte in ganz Deutschland verteilt“, sagt sie. „Unsere Infrastruktur unterstützt das.“

Bei Katharina Ebner zu Hause im Taunus bei Frankfurt am Main laufen Radio und TV über ein Heimnetzwerk. Videos und Musik steuert sie per Smartphone an. Auch den Kühlschrank würde sie gern ans Netz anbinden. WLAN-Steckdosen stehen auf ihrer Wunschliste genau wie ein Smartboard für alle Familientermine. Willkommen in der neuen Lebens- und Arbeitswelt. „Ich bin ein großer Fan von Vernetzung und Digitalisierung. Die Möglichkeiten sind riesig“, sagt Postdoc Katharina Ebner und meint das nicht nur im Hinblick auf ihr Büro und Zuhause. Denn in ihren Forschungsprojekten beschäftigt sie sich mit der Digitalisierung des Lebens im weitesten Sinne.

Akzeptanz von Technologie am Arbeitsplatz

Ihre Habilitation plant sie zur Akzeptanz von Technologie am Arbeitsplatz und im gesellschaftlichen Leben. „Die Deutschen sind oft sehr vorsichtig im Hinblick auf neue Technologien. Vorsicht ist gut. Aber wie kann man den Menschen die Angst nehmen?“, umreißt sie das Themenfeld ihres Projekts. Es sei ihr ein großes Bedürfnis, Aufklärungsarbeit zu leisten, gleichzeitig aber „genau die Augen aufzuhalten und zu schauen, wo und wie ich meine Daten sichere“.

Die Habilitandinnen-Förderung der FernUniversität ist für Katharina Ebner und den Lehrstuhl von Prof. Smolnik eine Win-Win-Situation. Der Lehrstuhl bekommt von der FernUniversität eine halbe Stelle zusätzlich finanziert; Katharina Ebner gewinnt Freiräume für ihre Habilitation. „Ich nehme mir die Zeit zum Forschen“, sagt sie. Gerade erst war Forschungspartnerin Prof. Geneviève Bassellier von der McGill University aus Montreal zu Gast am Lehrstuhl und hat mit Katharina Ebner intensiv an Veröffentlichungen gearbeitet.

Die FernUniversität in Hagen hat im Zuge des Gleichstellungskonzepts 2014-2017 erneut zehn Stipendien für Habilitandinnen vergeben. Im laufenden Jahr sind keine neuen Bewerbungen mehr möglich.

Informatik-Studium und IT-Beratung

„Wenn ich groß bin, will ich Professorin werden“, hat Katharina Ebner schon als kleines Mädchen gesagt. Ihren Kindheitstraum hat sie nie aus den Augen verloren, obwohl sie nach ihrem Informatikstudium in Jena und Berufserfahrung als Programmiererin und IT-Beraterin bei IBM Deutschland auch beste Chancen in der Wirtschaft hätte. In ihrem Promotionsstudium und ihrer Dissertation zu Benchmarking im IT-Bereich an der EBS Business School in Oestrich-Winkel/Wiesbaden erarbeitete sie sich die BWL und fand mit der Wirtschaftsinformatik die für sie optimale Schnittstelle. Dabei entstanden auch erste Kontakte zu Prof. Smolnik, dem sie vor einem Jahr an die FernUniversität folgte.

Von den Arbeitsbedingungen an der Hagener Universität ist sie begeistert. Neben der Zeitautonomie reizt sie die Herausforderung, den Aufbau neuer Module mitzugestalten, etwa die Einführung in die Wirtschaftsinformatik. „Außerdem entdecken immer mehr Universitäten virtuelles Lernen und das Fernstudium für sich“, ist sie froh, in diesem Feld Erfahrungen sammeln zu können.

Begeistert von berufstätigen Studierenden

Besonders schätzt sie an der FernUniversität die Zusammenarbeit mit den berufstätigen Studierenden. „Das ist in der Wirtschaftsinformatik ideal“, findet sie. „Ich muss dann nicht erklären, warum SAP und virtuelles Lernen wichtig sind.“ Über den Einsatz verschiedener Werkzeuge in der Lehre tauscht sie sich intensiv mit ihren Studierenden aus. „Oft sind wir mehrere hundert Kilometer voneinander entfernt und uns doch ganz nah. Es ist toll, wenn die Lernumgebung so offen und frei ist und das für die Studierenden normal ist.“

Davon profitieren wird Katharina Ebner in Zukunft noch intensiver in ihrem Homeoffice in Frankfurt. Denn schon bald muss sie Forschung, Lehre und Baby unter einen Hut bekommen. Im Herbst erwartet sie ihr erstes Kind. Ein halbes Jahr will sie pausieren. Dann will sie schnell wieder in die Wissenschaft einsteigen. Die Vernetzung am Lehrstuhl und mit ihren Studierenden kommt ihr dabei zugute.

Carolin Annemüller | 17.08.2015