Im Dienst der DDR-Staatssicherheit

Der Soziologe Dr. Uwe Krähnke spricht am 2. September über Lebenswege und Motivationen von hauptamtlichen Bediensteten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.


Vortragsreihe BürgerUniversität Coesfeld

Im Rahmen der BürgerUniversität Coesfeld, die von der Ernsting's family-Junior-Stiftungsprofessur für Soziologie familialer Lebensformen, Netzwerke und Gemeinschaften (Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke) getragen wird, gibt es einen Vortrag über den DDR-Staatssicherheitsdienst. Der Soziologe Dr. Uwe Krähnke spricht am Mittwoch, 2. September, ab 19 Uhr über Lebenswege und Motivationen hauptamtlicher Bediensteter des Ministeriums für Staatssicherheit. Vortragsort ist das Regionalzentrum Coesfeld im WBK – Wissen Bildung Kultur an der Osterwicker Straße 29 in Coesfeld.

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Rückgrat des sozialistischen Herrschaftssystems

Seit der „Wende“ 1989 gibt es ein großes Interesse der Medien an der „Stasi“, dem Ministerium für Staatssicherheit der DDR. Im Fokus der medialen Aufmerksamkeit stehen vor allem die inoffiziellen Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter (IM). Dagegen bleiben die ca. 78.000 hauptamtlichen MfS-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen (Stand 1989), die das Rückgrat des sozialistischen Herrschaftssystems in der DDR bildeten, weiterhin im Dunkeln. Bis heute ist sehr wenig darüber bekannt, wie Menschen dazu kamen, in den Dienst des MfS einzutreten, sich den Strukturen des Geheimdienstes anzupassen und was aus ihnen nach der Auflösung des MfS geworden ist.

In dem Vortrag sollen vor allem die Motivationsgrundlagen, Wertvorstellungen und der Lebensalltag der hauptamtlichen MfS-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beleuchtet werden, ebenso ihre retrospektive Sichtweise auf den Apparat, in dessen Dienst sie zu DDR-Zeiten standen. Der Vortrag basiert auf über 60 biografischen Interviews mit ehemaligen mit ehemaligen MfS-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern, die im Rahmen eines eigenen Forschungsprojekts geführt wurden.

Der Referent Dr. Uwe Krähnke ist Soziologe und Leiter des DFG-Forschungsprojekts „Hauptamtliche Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit. Passungsverhältnisse zwischen individuellen Lebensarrangements und institutionellen Strukturen beim Dienst im MfS“.

Anja Wetter | 18.08.2015