Wie die Mutter, so die Tochter

Die FernUniversität in Hagen feiert ihren 40. Geburtstag – und Familie Stenzel aus Dortmund ist fast von Beginn an dabei.


Die FernUniversität hat seit fast 40 Jahren ihren festen Platz im Leben der Familie Stenzel

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Auf dem Campus unterwegs: Katja Kohlstedt und ihre Mutter Eva Stenzel besuchen die FernUniversität.

Die FernUniversität in Hagen feiert ihren 40. Geburtstag – und Familie Stenzel aus Dortmund ist fast von Beginn an dabei. Eva Stenzel (62) studierte als Mutter von zwei kleinen Kindern Ende der 70er Jahre an der FernUniversität Mathematik, Wirtschaftswissenschaft und Erziehungswissenschaft auf Lehramt. Knapp 40 Jahre später bringt ihre Tochter Katja Kohlstedt Familie und Fernstudium unter einen Hut. Nach dem Bachelor in Bildungswissenschaft hat die 39-Jährige nun mit dem Master Bildung und Medien begonnen.

Groß werden mit dem Fernstudium

Bei einem Kaffee in der Mensa erinnern sich Mutter und Tochter daran, wie die FernUniversität ihren Platz im Leben der Familie Stenzel bekam. „Allein durch die Gründung der FernUni hatte ich die Möglichkeit mich weiterzubilden“, blickt Eva Stenzel zurück. Ihre beiden Töchter wurden mit dem Fernstudium groß. Es war normal, dass ihre Mama an den Wochenenden rechnete, um die Einsendeaufgaben pünktlich zurückzuschicken. Und es war üblich, dass vor den Prüfungen die Oma einsprang. Das hat Katja Kohlstedt geprägt und gelehrt, auch in schwierigen Phasen des Fernstudiums nicht aufzugeben. Heute, fast 40 Jahre später, ist die FernUniversität auch für sie die beste Möglichkeit, um genug Zeit für ihren vierjährigen Sohn zu haben und sich gleichzeitig weiterzubilden.

Familie und Fernstudium als Schwerpunkt

Katja Kohlstedt hat vor ihrem Masterstudium schon viel gemacht und geschafft: eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation und einen schulischen Abschluss zur staatlich geprüften Betriebswirtin mit Schwerpunkt Personalmanagement. Sie hat als freiberufliche Dozentin gearbeitet und an der Ruhr-Universität Bochum ein Philosophie- und Pädagogikstudium begonnen. Als sie schwanger wurde, hatte sie die FernUni bereits für sich entdeckt und machte Familie und Fernstudium fortan zu ihrem Schwerpunkt. „Hier kann ich in meinem eigenen Tempo studieren“, sagt sie. „Außerdem habe ich schon immer lieber mit einem Buch auf der Wiese gesessen. Lernen im Freibad oder im Garten – das liebe ich an der FernUni.“

„Hier kann ich in meinem eigenen Tempo studieren. Außerdem habe ich schon immer lieber mit einem Buch auf der Wiese gesessen. Lernen im Freibad oder im Garten – das liebe ich an der FernUni.“ Katja Kohlstedt

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Kaffeepause in der Mensa: Mutter und Tochter diskutieren über die Bachelorarbeit von Katja Kohlstedt.

Inhaltlich ist sie in der Bildungswissenschaft angekommen. Wenn sie in der Mensa begeistert durch die Seiten ihrer Bachelorarbeit zum Thema „Die Bedeutung der Bildungslehre Theodor Ballaufs für einen Widerspruch gegen die Reduzierung des Bildungsbegriffs“ blättert, dann leuchten ihre Augen. Ihr Ziel ist vorerst der Master, eine spätere Promotion im Bereich Bildungs- und Wissenschaftstheorie schließt sie nicht aus. Auch beruflich soll sich zukünftig alles um Lehre und Forschung drehen. Sie hat bereits als studentische Hilfskraft an der FernUniversität im Lehrgebiet Mediendidaktik von Prof. Dr. Theo Bastiaens gearbeitet. Daran will sie anknüpfen.

In den Anfangsjahren zum Austausch ins Studienzentrum

Ihre Mutter Eva hingegen war froh, als nach dem Studienabschluss ihre Laufbahn als Lehrerin am Berufskolleg in Soest und Dortmund begann. „Es war damals ein theoretisches und einsames Studium. Mathematik war unheimlich schwierig und anstrengend“, erinnert sich die mittlerweile pensionierte Berufsschullehrerin. Motiviert haben sie die regelmäßigen Treffen im damaligen Studienzentrum Hamm, wo sie sich auch als Sprecherin der Studierenden engagiert hat. „Dort bekam ich einmal pro Woche Hilfe. Heute gibt es ja über das Internet und die Lernplattform Moodle ganz andere Möglichkeiten.“

Und die nutzt ihre Tochter Katja ausgiebig. „Ich genieße die Studienbriefe als Grundlage. Auf dieser Basis bieten das virtuelle Klassenzimmer und Moodle unheimlich viele Möglichkeiten zum Austausch“, erzählt sie. „Darüber habe ich an der FernUniversität mehr soziale Kontakte geknüpft als an der riesengroßen Ruhr-Universität.“

Das Fernstudium ist eben ihr Ding. „Ich werde der FernUni den Rest meines Lebens verbunden bleiben“, sagt Katja Kohlstedt. „Spätestens wenn ich in Rente gehe, möchte ich mir noch den Traum eines Mathematikstudiums erfüllen.“ Ganz so ähnlich sind sich Mutter und Tochter dann doch nicht. Eva Stenzel ist gerade in Rente gegangen und will jetzt erstmal zur Ruhe kommen. Sie möchte Garten, Haus und ihre Familie genießen. Und sie will den Enkel hüten, wenn ihre Tochter für die FernUni lernt. Ein Hintertürchen lässt sie sich aber offen: „Vielleicht fange ich irgendwann doch nochmal ein Studium an.“

Carolin Annemüller | 23.09.2015