Prof. André Schulz löst Probleme nach mathematischem System

Der Informatiker forscht zu Themen der Algorithmischen und Diskreten Geometrie. Er untersucht Gesetzmäßigkeiten und benutzt abstrakte Rechenmodelle für komplexe Aufgabenstellungen.


Neuer Leiter für das Lehrgebiet Theoretische Informatik

Ein Mann steht vor einem Gebäude auf dem Campus der FernUniversität: Prof. André Schulz leitet jetzt das Lehrgebiet Theoretische Informatik.
Ein neues Gesicht im Informatikzentrum: Prof. André Schulz leitet das Lehrgebiet Theoretische Informatik an der FernUniversität in Hagen.

Prof. Dr. André Schulz beherrscht die Sprache der Maschinen. Der Wissenschaftler leitet jetzt das Lehrgebiet Theoretische Informatik an der Fakultät für Mathematik und Informatik der FernUniversität in Hagen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in Themen der Algorithmischen und Diskreten Geometrie. Bevorzugt beschäftigt er sich mit Algorithmen – also Berechnungsvorschriften für die Recheneinheit eines Computers. Dabei bildet man die Maschine selbst als mathematisches Rechenmodell nach.

Graphen und Geometrie

„Die Theoretische Informatik versucht, Probleme und Gesetzmäßigkeiten zu verstehen, denen abstrakte Rechenmodelle zugrunde liegen.“ Je komplexer die Fragestellung, desto reizvoller für Schulz. Ihn interessiert sich etwa für das Zusammenspiel von Methoden der Graphentheorie und der Geometrie unter algorithmischen Gesichtspunkten.

Der Wissenschaftler fragt etwa danach: „Wie kann man Graphen möglichst gut zeichnen? Hierbei gibt es verschiedene Entwurfskriterien, was in diesem Zusammenhang mit ,gut‘ gemeint ist. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Zeichnung erkennbar ist. Das heißt unter anderem, dass man möglichst wenige Kreuzungen von Kanten zulassen will.“

Der 38-Jährige wird das Lehrgebiet, das er übernommen hat, inhaltlich neu ausrichten. Aktuell überarbeitet er Studienbriefe und entwickelt weitere Kurse. „Vor allem freue ich mich auf den Einsatz digitaler Werkzeuge in der Lehre. Wikis oder Foren fördern das kooperative Arbeiten.“ Außerdem möchte André Schulz neue Ideen in der inhaltlichen und methodischen Betreuung von Kursen entwickeln. Für seine Forschungsarbeit findet Schulz an der FernUniversität eine „hervorragende Perspektive“, um eine eigene Arbeitsgruppe aufzubauen.

Schritt für Schritt zur Professur

Von der heutigen Position aus betrachtet, ist Schulz wissenschaftliche Laufbahn sehr gradlinig verlaufen. „Es hat sich tatsächlich aber stets ein Schritt an den nächsten angeschlossen“, relativiert der Forscher. Erst im Hauptstudium entschied sich Schulz dafür, an der Uni zu bleiben. Als der Wunsch nach einer Promotion aufkam, bekam er eine Stelle an der Freien Universität Berlin. Anschließend ergab es sich, dass er für insgesamt zwei Jahre als Post Doc in die USA ging. Unter anderem arbeitete Schulz am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Die Verlockung war groß, an der US-Eliteuniversität in Cambridge zu bleiben. Doch dann erreichte Schulz das Angebot über eine sechsjährige Junior-Professur in Münster. „Die langfristige Perspektive war attraktiv und hat mich zurückgeholt.“ Das war im Jahr 2010. Fünf Jahre später sitzt André Schulz nun in einem Büro im Informatikzentrum auf dem Campus in Hagen.

Für Informatik hat sich Schulz schon als Jugendlicher interessiert: „Ich habe immer gern programmiert. Es fiel mir leicht und hat mir Spaß gemacht.“ Die Entscheidung für sein Studienfach stand früh fest. Die Begeisterung für Theoretische Informatik wuchs langsamer. „Im Studium bin ich dem Fach zunächst mit großem Respekt begegnet. Aber nach und nach hat es mich fasziniert.“ Diese Faszination möchte er nun an seine Fern-Studierende weitergeben.

Faible für Mathematik

Die Familie hat ihn an alle wissenschaftlichen Stationen begleitet. Sein Sohn ist inzwischen sieben Jahre alt, war als Kleinkind mit in den USA. Wie der Informatiker ihm erklärt, was er den ganzen Tag macht? André Schulz lacht. „Also, er weiß, dass ich an der Universität arbeite, so eine Art Lehrer bin und was mit Computern mache.“ Eins hat Schulz ihm schon mitgegeben: ein Faible für Mathematik. Daraus kann vielleicht eine wissenschaftliche Karriere erwachsen…

Anja Wetter | 07.09.2015