Willkommen an der FernUniversität

Neben Informationen zur Hagener Hochschule gab es viel Raum für Gespräche. Unter den ausländischen Gästen ist einer der wenigen britischen Fachleute für die klassische deutsche Philosophie.


Institut für Philosophie begrüßt Gastwissenschaftler

Mit einem Zitat von Thomas Mann stellte sich Pedro Sepúlveda Zambrano bei einer Begrüßungsveranstaltung für ausländische Wissenschaftler im Institut für Philosophie der FernUniversität in Hagen vor: „Denken und danken sind verwandte Wörter; wir danken dem Leben, indem wir es bedenken.“ Der Doktorand der chilenischen Pontificia Universidad Católica de Valparaíso forscht im Rahmen des Deutsch-lateinamerikanischen Forschungs- und Promotionsnetzwerkes Philosophie FILORED sechs Monate lang an der FernUniversität. Genauso wie der Brasilianer João Pereira da Silva Neto erhält er für diesen Aufenthalt in Deutschland ein Stibet-Kontaktstipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Die beiden Südamerikaner sind nur zwei der Gäste, die sich derzeit am Institut für Philosophie befinden.

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Ausführliche Gelegenheiten zum gegenseitigen Kennenlernen hatten (hinten, v.li.) Prof. Thomas Sören Hoffmann, Dr. Marcus Knaup (Lehrgebiet Philosophie II), Prof. David James (Großbritannien), João Pereira da Silva Neto (Brasilien), Harald Bluhm (Chile), Dr. Oscar Cubo Ugarte (Koordinator des Forschungsnetzwerkes Filored) und (vorne, v.li.) Dr. Ingrid Thaler, Dr. Florian Bast, Mareike Siewert (alle Dez. 1.2), Dr. Klaus Honrath (Lehrgebiet), Ching Chun Wong (Malaysia), Pedro Sepúlveda Zambrano (Chile) sowie Miriam Spindeldreher (Lehrgebiet).

Um diese Gäste an der FernUniversität willkommen zu heißen, organisierten das Lehrgebiet Philosophie II, Praktische Philosophie: Ethik, Recht, Ökonomie (Prof. Dr. Thomas Sören Hoffmann) und das Dez. 1.2 - Forschung und Internationale Angelegenheiten die Begrüßungsveranstaltung im Institut. Neben Informationen zur FernUniversität gab es viel Raum zum Kennenlernen und für den gegenseitigen Austausch.

Wie ist die FernUniversität international aufgestellt? Haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der FernUniversität mehr Zeit zum Forschen als an Präsenzuniversitäten? Erhöht die Doppelpromotion die Karrierechancen? Harald Bluhm, ebenfalls Promovend an der Universität in Valparaíso, ist sich da sicher. Der Deutsche lebt seit vielen Jahren in Chile und ist für drei Monate an der FernUniversität zu Gast: „Ich hoffe, mithilfe eines staatlichen Stipendiums noch einmal nach Hagen kommen zu können.“

Deutscher Idealismus gemeinsamer Schwerpunkt der Professoren James und Hoffmann

Auch Prof. David James von der University of Warwick lobt die Bedingungen an der FernUniversität. Während seines zweimonatigen Gastwissenschaftleraufenthalts, der durch das Interne Forschungsförderprogramm der FernUniversität unterstützt wird, tauscht er sich mit Prof. Hoffmann über seine beiden neuen Bücher aus. Zudem hält er ein Präsenzseminar in Wien. Von den Gästen profitieren somit auch die Studierenden der FernUniversität. Prof. James ist einer der wenigen Fachleute für die klassische deutsche Philosophie in Großbritannien. Der Deutsche Idealismus ist für ihn wie für Prof. Hoffmann ein Forschungsschwerpunkt. Für die Cambridge University Press gibt James eine Einführung in die Philosophie Johann Gottlieb Fichtes (1762–1814) heraus, die unter dem Titel „Cambridge Companion to Fichte“ erscheinen wird und an der er an der FernUniversität arbeitet. Ebenso gibt er in der Reihe „Cambridge Critical Guides“ eine Einführung in die Rechtsphilosophie Georg Wilhelm Friedrich Hegels (1770–1831) heraus. Außerdem arbeitet er an einer Untersuchung zu Fichtes „Staatslehre“ von 1813.

„Forschung und Lehre leben vom Austausch"

Doch auch ganz praktische Fragen des Aufenthalts waren Themen der Willkommensveranstaltung: Wie verlief die Wohnungssuche? Gibt es Probleme beim Visum? Wo kann man in Hagen seine Wäsche waschen? Die Mitarbeitenden des Instituts und des Dez. 1.2 erhalten viel Dank für ihre Unterstützung in diesen, aber auch in den universitätsorganisatorischen Belangen. Dr. Ingrid Thaler vom Dez. 1.2 freut sich, dass die Aufenthalte für beide Seiten gewinnbringend sind: „Forschung und Lehre leben vom Austausch. Internationale Gäste in Hagen ermöglichen vielfältige Impulse und wir hoffen, hier vermehrt internationale Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler begrüßen zu können.“

Die sprachliche Verständigung war kein Problem: Der DAAD-Stipendiat Ching Chun Wong aus Malaysia beispielsweise hat vor seinem dreijährigen Promotionsaufenthalt in Hagen eine Sprachschule besucht.

Proe | 14.10.2015