Nationalheld oder Dämon der Deutschen?

Um Bismarck geht es am 25. November im „Lüdenscheider Gespräch“. Er ist auch heute noch eine hochgradig umstrittene, von Mythen umwobene Gestalt.


Prof. Christoph Nonn spricht über „Otto von Bismarck Ein Preuße und sein Jahrhundert“

Auch 200 Jahre nach seiner Geburt ist Otto von Bismarck eine hochgradig umstrittene, von Mythen umwobene Gestalt. Prof. Dr. Christoph Nonn, Düsseldorf, schaut am Mittwoch, 25. November, im „Lüdenscheider Gespräch“ hinter die Legenden und entdeckt einen Mann, dessen Zeit unserer heutigen verblüffend ähnlich ist: „Bismarck – Ein Preuße und sein Jahrhundert.“ Die Veranstaltung des Instituts für Biografie und Geschichte der FernUniversität findet im Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid, statt und beginnt um 18 Uhr.

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Kriegstreiber oder Friedenspolitiker, Modernisierungsverhinderer oder weißer Revolutionär, Nationalheld oder Dämon der Deutschen: Die Liste der Beinamen, die Bismarck gegeben worden sind, ist lang. Doch der „Reichsgründer“ war weder ein Übermensch noch ein Monster. Er feierte spektakuläre Erfolge und erlebte die größten Pannen, er war ein jähzorniger Choleriker und ein liebevoller Ehemann, ein treuer Freund Wilhelms I. ebenso wie ein rücksichtsloser Vollblutpolitiker. Aus solchen scheinbaren Widersprüchen setzt dieses Buch eine neue Sicht auf den „Eisernen Kanzler“ jenseits der Mythen zusammen und zeichnet das Bild eines pragmatischen preußischen Konservativen. Dabei wird der Preuße Bismarck zum ersten Mal konsequent in die europäische Geschichte des 19. Jahrhunderts eingeordnet, die durch wachsende internationale und globale Vernetzung geprägt war - wie unsere heutige Welt auch.

Angesprochen werden die gesamte Hochschulöffentlichkeit, externe Fachleute und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie am Thema interessierte Bürgerinnen und Bürger. Moderiert wird die Veranstaltung unter dem Dach des Hagener Forschungsdialogs der FernUniversität von apl. Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch.

Gerd Dapprich | 10.11.2015