„Humor und Religion im klassischen Islam“

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es in der islamischen Welt eine lange Tradition religiösen Humors und religiöser Satire gibt.


Vortrag in der BürgerUniversität Coesfeld am 2. Dezember

Islam und Humor – geht das zusammen? Dieser Frage geht Prof. Dr. Thomas Bauer in seinem „Humor und Religion im klassischen Islam“ am Mittwoch, 2. Dezember, in der BürgerUniversität Coesfeld ab 19 Uhr nach. Veranstalterin ist die Ernsting's family-Junior-Stiftungsprofessur für Soziologie familialer Lebensformen, Netzwerke und Gemeinschaften (Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke) der FernUniversität in Hagen.

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Die gewalttätigen Reaktionen auf Muhammad-Karikaturen haben weithin den Eindruck erweckt, der Islam sei eine durch und durch humorfeindliche Religion. Die Muslime, so heißt es oft, müssten endlich vom aufgeklärten Westen lernen, dass man sich auch über Religiöses lustig machen darf. Doch zeigt ein Blick in die Geschichte, dass es in der islamischen Welt selbst eine lange Tradition religiösen Humors und religiöser Satire gibt. Beispiele aus der Zeit zwischen dem 10. und dem 15. Jahrhundert zeigen eine bemerkenswert große Offenheit im Umgang mit Religion. Man stellte humorvoll religiöse Normen in Frage, ließ Lügenpropheten Scherze mit religiösen Dogmen treiben und verdrehte den Sinn von Koranversen. Andererseits war aber auch nicht alles möglich. Der Vortrag will aufzeigen, worüber Muslime in der „klassischen“ Zeit des Islams lachten, aber auch, wo die Grenzen von Witz und Satire lagen.

Veranstaltungsort ist das Regionalzentrum Coesfeld, WBK – Wissen Bildung Kultur, Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld.

Zu der Veranstaltung im Hagener Forschungsdialog sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger eingeladen, der Eintritt ist frei.

Gerd Dapprich | 10.11.2015