Lernen und Wissen 2030

Sabine Siemsen spricht über Veränderungen von Lernprozessen und Wissensdefinitionen. Die Veranstaltung ist öffentlich.


„wissenschaftsgespräch“ am 17. Februar

Über „Lernen und Wissen 2030 – Veränderungen von Lernprozessen und Wissensdefinitionen“ referiert Sabine Siemsen MA in der Vortragsreihe „wissenschaftsgespräche“ der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften am Mittwoch, 17. Februar, ab 16 Uhr im Seminargebäude der FernUniversität in Hagen, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen, Räume 1 bis 3. Sabine Siemsen ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Lehrgebiet Bildung und Differenz. Die Veranstaltung ist öffentlich, auch externe Interessierte sind willkommen.

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In Diskursen der Bildungswissenschaft finden sich regelmäßig Schlagworte wie „neue Lernkultur“, „Digitalisierung der Gesellschaft“ und „Wissensgesellschaft“ sowie Forderungen nach kompetenzorientiertem, lebenslangem und selbstorganisiertem Lernen. Immer mehr Hochschulen werden sich der Herausforderung bewusst, die eine „Digitalisierung der Gesellschaft“ und immer neue (Bildungs-)Technologien mit sich bringen und versuchen dieser auf unterschiedliche Art zu begegnen und Elemente von E-Learning, Onlinelehre oder auch MOOCs in ihr Lehrkonzept einzubinden. Aber auch Forderungen nach Internationalisierung und nach einer Öffnung von Lernangeboten für neue Lernenden-Gruppen (wie Studieren ohne Abitur, Zugang über Berufserfahrung, Studierende anderer Universitäten, anderer Nationalitäten) nehmen zu und führen zu globalen und hoch-heterogenen Lerngruppen. Die damit verbundenen Auswirkungen zunehmend differenter Definitionen und Verständnisse von Lernen, Wissen und Kompetenz werden dagegen selten thematisiert.

Die Herausforderung besteht aber weniger im Einsatz oder in der Nutzung von Technologie als darin, dass sich die Lernkultur, damit verbundene Rollen und dadurch die Lernprozesse selbst in einem permanenten Veränderungsprozess befinden. Es wird analysiert und diskutiert, welche Bedeutung diese Veränderungen für die Konzeption und Evaluierung von Lernangeboten und für bildungs-/erziehungswissenschaftliche Forschung haben: Könnte diesen Veränderungen durch einen Fokus auf Interaktionen innerhalb von Lernprozessen (Throughputs) anstelle der traditionellen Fokussierung auf Inputs und Outputs, begegnet werden? Und Heterogenität dadurch von einem zu überwindenden Hindernis zu Potential werden?

Gerd Dapprich | 22.01.2016