„Brigitte Reimann zwischen Euphorie und Resignation“

Martin und Helene Schmidt sowie Angela Potowski vom Kunstverein Hoyerswerda stellen die Künstlerin vor, die an die ideologischen Grenzen der späten Stalinzeit in der DDR stieß.


Lüdenscheider Gespräch über die Schriftstellerin am 10. Februar

Die Schriftstellerin Brigitte Reimann (1933–73) zählt zur ersten Künstler-Generation, die in der DDR aufwuchs. Sie begann jung zu schreiben, war als Lehrerin tätig und stieß mit ersten Entwürfen aus dem Schulleben – ebenso wie Uwe Johnson – an die ideologischen Grenzen der späten Stalinzeit. Über das Leben von „Brigitte Reimann zwischen Euphorie und Resignation“ berichten Martin und Helene Schmidt sowie Angela Potowski vom Kunstverein Hoyerswerda am Mittwoch, 10. Februar, in den Lüdenscheider Gesprächen. Die Veranstaltung unter dem Dach des Hagener Forschungsdialogs der FernUniversität beginnt um 18.00 Uhr im Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid. Der Eintritt ist frei, alle Interessierten sind willkommen.

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Veranstaltet werden die Lüdenscheider Gespräche vom Institut für Geschichte und Biografie der FernUniversität, in deren Hagener Forschungsdialog sie auch stattfinden. Moderator ist apl. Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch. Auskünfte erteile Eva Engelhardt (E-Mail: eva.engelhardt@fernuni-hagen.de).

Die Schriftstellerin Brigitte Reimann (1933–73) zählt zur ersten Künstler-Generation, die in der DDR aufwuchs. Sie begann jung zu schreiben, war als Lehrerin tätig und stieß mit ersten Entwürfen aus dem Schulleben – ebenso wie Uwe Johnson – an die ideologischen Grenzen der späten Stalinzeit. Ihr Weg führte sie von der kleinen Kreisstadt Burg (bei Magdeburg) nach Hoyerswerda und weiter nach Neubrandenburg. In Hoyerswerda, der ersten in Großblock- und Plattenbauweise geschaffenen Großstadt der DDR, lebte sie die neun aktivsten und schöpferischsten Jahre ihres kurzen Lebens und stiegt zu einer der führenden Schriftstellerinnen der DDR auf. Mit ganzer Energie kämpfte sie für den Aufbau eines lebensbejahenden und demokratischen Sozialismus‘ und ging keiner Konfrontation aus dem Weg – weder mit Walter Ulbricht („selbst wenn ich bei ihm verschissen hab' in alle Ewigkeit") noch mit den „Schmeißfliegen" der Staatssicherheit.

Von all dem erzählte sie ehrlich, leidenschaftlich in ihren Büchern, ihren Briefen und Tagebüchern, von denen viele erst dreißig Jahre nach ihrem frühen Tod im geeinten Deutschland erscheinen konnten. Euphorie und Resignation spiegelten sich am deutlichsten in Brigitte Reimanns unvollendetem Roman „Franziska Linkerhand“ wider, der, wie die Dichterin selbst, in der DDR Kultstatus genoss, aber auch in der Bundesrepublik mit Aufmerksamkeit gelesen wird.

Die Vortragenden Helene Schmidt (Dipl.-Phil. Deutsch/Religion), Martin Schmidt (Dipl.-Theol., Dipl.-Ök., Berg-Ingenieur) und Angela Potowski (Dipl.-Lehrerin Deutsch/Englisch am Lessing-Gymnasium Hoyerswerda) sind Gründungsmitglieder bzw. Mitglied des Hoyerswerdaer Kunstverein e.V. – Freundeskreis der Künste und Literatur seit Mitte 60er bzw. 80erJahre.

Gerd Dapprich | 07.01.2016