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Aktuelles - Februar 2016

Für Engagement im Grünen Netz Mediation muss die Masterarbeit warten

Flüchtlingskrise: FernUni-Studentin Christa Kriete entwickelt Schulungskonzepte für Ehrenamtliche

Grüner Schal als Symbol für das Grüne Netz
Sie tragen einen grünen Schal oder ein anderes grünes Accessoire: Damit sind die Mediatorinnen und Mediatoren des Grünen Netzes gut zu erkennen.

„Wir wollen uns engagieren und als tolerante Gesellschaft darstellen“, sagt Christa Kriete und packt mit ihrer Familie zu Hause im münsterländischen Saerbeck an. Sie begann wie viele andere, die in der Flüchtlingskrise helfen wollen. „Wir haben Kleidung und Fahrräder gesammelt.“

Dabei ist es nicht geblieben. Inzwischen entwickelt die 51-jährige Sozialarbeiterin gemeinsam mit der Stadt Greven Konzepte, um freiwilliges Engagement in der Flüchtlingshilfe besser zu koordinieren. Ergeben hat sich ihr Einsatz über ihre Arbeit beim Caritasverband Emsdetten-Greven und über ihr Studium an der FernUniversität in Hagen. Seit dem Jahr 2014 bildet sich Christa Kriete berufsbegleitend im Master of Mediation weiter.

Vertrauliche und neutrale Instanz

Eigentlich wollte sie sich mit ihrem Fernstudium ein Standbein im Bereich Familien-Mediation aufbauen. Dann kam die Flüchtlingskrise und Christa Kriete wurde von heute auf morgen Teil des Grünen Netzes Mediation. Seit Oktober 2015 haben sich bundesweit mehr als 400 Mediatorinnen und Mediatoren vernetzt, um in der Flüchtlingskrise ihre Kompetenz ehrenamtlich zur Verfügung zu stellen: Konflikte mit Hilfe von Moderation und Mediation zu verhindern oder beizulegen. Sie wollen Unterstützung bieten für Geflüchtete, Helfende sowie Bürgerinnen und Bürger.

Die Plattform www.gruenes-netz-mediation.de will Mediatorinnen und Mediatoren dorthin bringen, wo sie gebraucht werden. Zum Beispiel in Notunterkünfte, wo bei Konflikten unter Flüchtlingen Hilfe zur Selbsthilfe an erster Stelle steht. Zu Runden Tischen, um zu moderieren, Kontakte zu knüpfen und Helfende zu unterstützen. Und zu Bürgerversammlungen, um im Umfeld der Flüchtlingsunterkünfte die Ängste von Anwohnerinnen und Anwohner aufzugreifen.

„Wir leisten als vertrauliche und neutrale Instanz einen Beitrag, um die Flüchtlingskrise zu managen“, sagt Projektinitiatorin Prof. Dr. Katharina Gräfin von Schlieffen. Gegründet hat sie das Grüne Netz mit einer Reihe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die an der FernUniversität in Hagen unter ihrer Leitung Studienprogramme für Mediation entwickeln und anbieten.

Koordination und Konzepte

Viele Ideen sind gewachsen, erste Projekte angestoßen. Christa Kriete besuchte zunächst im Münsterland Bürgerversammlungen zur Flüchtlingshilfe und stellte fest: „Es fehlt an Koordination und Konzepten.“ Damit hatte sie ihr Aufgabenfeld gefunden. Für die Stadt Greven konzipierte und moderierte sie Ende des Jahres 2015 bereits ein Austauschforum zur Flüchtlingshilfe.

Ihre Zusammenarbeit mit der Stadt Greven geht weiter. Gemeinsam mit der Kommune entwickelt Christa Kriete derzeit Schulungskonzepte für Ehrenamtliche. „Eigentlich wollte ich meine Masterarbeit längst fertig haben. Aber die muss jetzt noch ein wenig warten“, sagt die Fernstudentin. Denn ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe wird sie auch in den nächsten Monaten zusätzlich zu ihrer Vollzeitstelle auslasten. „Viele Menschen gehen dabei über ihre Grenzen. So viel Engagement zu erleben, das gibt mir ein gutes Gefühl.“

Carolin Annemüller | 08.02.2016
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de