„Bildung braucht Gelegenheit“ in der BürgerUni Coesfeld

Ein Fallvergleich zeigt am 9. März, wie historische Konstellationen in den 1950er Jahren in Ost- und Westdeutschland Impulse für einen Bildungsaufstieg geben können.


Zusammenhang von Herkunftsmilieu und Gesellschaftssystem im Prozess des Bildungsaufstiegs

„Bildung braucht Gelegenheit“ heißt es am Mittwoch, 9. März, 19 Uhr, in der BürgerUniversität Coesfeld. Die Vorlesung hält Regina Soremski M.A. (Justus-Liebig-Universität Gießen). Sie stellt den Zusammenhang von Herkunftsmilieu und Gesellschaftssystem im Prozess des Bildungsaufstiegs her. Veranstaltungsort ist das WBK – Wissen Bildung Kultur, Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld. Die BürgerUni findet unter dem Dach des Hagener Forschungsdialogs der FernUniversität statt. Veranstalterin ist die Ernsting's family-Junior-Stiftungsprofessur für Soziologie familialer Lebensformen, Netzwerke und Gemeinschaften (Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke). Der Eintritt ist frei.

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Regina Soremski M.A. ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Pädagogik des Jugendalters der Universität Gießen. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Bildungsforschung sowie Familien- und Jugendforschung.

Auskunft erteilt das Regionalzentrum Coesfeld, E-Mail: Regionalzentrum Coesfeld, Telefon: 0 25 41 75 82.

Die Bildungsbenachteiligung von Personen aus nicht-akademischen Elternhäusern ist nach wie vor ein Gegenstand bildungssoziologischer Forschungsstudien. Während diese Studien primär das Entscheidungsverhalten beim Übergang ins weiterführende Schulsystem in den Blick nehmen, bleibt die historisch-vergleichende Perspektive weitgehend ausgeblendet. Auf der Grundlage einer kürzlich abgeschlossenen biografischen DFG-Studie zu Bildungsaufsteigerinnen und -aufsteigern in drei Jahrzehnten in Ost- und Westdeutschland wird im Vortrag anhand zweier Fallbeispiele das Zusammenwirken von sozialer Herkunft und Gesellschaftssystem fokussiert. Der Fallvergleich zeigt, wie historische Konstellationen in den 1950er Jahren in Ost- und Westdeutschland auf der Ebene der Individuen Impulse für einen Bildungsaufstieg geben können.

Gerd Dapprich | 05.02.2016