„Mein Abschied vom Himmel“ – Ägypten und der Arabische Frühling

Hamed Abdel-Samad plädiert mit großer Entschiedenheit für einen offenen, enttabuisierten Umgang mit dem Islam und seinem historischen Wesensgehalt.


Islamkritischer Publizist im Lüdenscheider Gespräch am 16. März

Der Politikwissenschaftler und Publizist Hamed Abdel-Samad spricht am Mittwoch, 16. März, ab 18 Uhr in den Lüdenscheider Gesprächen über Ägypten und den Arabische Frühling: „Mein Abschied vom Himmel.“ Veranstaltungsort ist das Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid. Veranstalter ist das Institut für Geschichte und Biografie der FernUniversität in Hagen. Apl. Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch moderiert die Veranstaltung, die unter dem Dach des Hagener Forschungsdialogs stattfindet. Alle Interessierten sind eingeladen, der Eintritt ist frei.

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Hamed Abdel-Samad plädiert mit großer Entschiedenheit für einen offenen, enttabuisierten Umgang mit dem Islam und seinem historischen Wesensgehalt. Nur ein im besten Sinne radikal aufgeklärter Diskurs zwischen allen Beteiligten, der keine Tabus kennt und auf die üblichen Ressentiments und Beschwichtigungsformeln verzichtet, könne verhärtete Fronten aufbrechen und den Weg zu einer gemeinsamen Zukunft frei machen.

Der Referent ist einer der bekanntesten Islamkritiker im deutschsprachigen Raum. Als drittes von fünf Kindern 1972 bei Kairo geboren, wurde Abdel-Samad durch seinen Vater, dem er als Imam nachfolgen sollte, früh mit dem Koran vertraut gemacht. Durch die Erfahrungen seiner Kindheit und Jugend geprägt, versuchte er den alltäglichen Widersprüchen der ägyptischen Gesellschaft zwischen traditioneller Religiosität und willkürlicher Brutalität durch die Hinwendung zum radikalen Islam der Muslimbruderschaft zu entkommen. Die Antworten der Islamisten konnten ihn jedoch nicht zufriedenstellen, so dass ihn sein Weg schließlich bis nach Augsburg zum Studium der Politikwissenschaften führte. Seine weitere wissenschaftliche Laufbahn verbrachte Abdel-Samad mit Studien in Japan und einer Tätigkeit für die UNESCO in Genf sowie mit Forschungs- und Lehrtätigkeiten in Erfurt und Braunschweig. 2008 wechselte er nach München an das Institut für Jüdische Geschichte und Kultur. Kurz darauf erschien seine Autobiographie „Mein Abschied vom Himmel“, die ihn schlagartig einem größeren Publikum bekannt machte. 2010 wurde wird Abdel-Samad als Teilnehmer der 2. Islamkonferenz berufen. Seitdem ist der mittlerweile hauptberufliche Publizist mit zahlreichen islamkritischen Veröffentlichungen – u.a. „Der islamische Faschismus“ (2014) und „Mohammed“ (2015) – hervorgetreten.

Gerd Dapprich | 19.02.2016