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Aktuelles - Februar 2016

Neuer Master „Soziologie“ der FernUni: „Eine multipolare Welt verstehen und gestalten“

„Soziologie – Zugänge zur Gegenwartsgesellschaft“ startet im Wintersemester 2016/17

„Der Bedarf ist da. Nun können wir ihn decken!“ freut sich Prof. Dr. Uwe Vormbusch über den neuen soziologischen Master-Studiengang der FernUniversität in Hagen. Der vom Hagener Institut für Soziologie entwickelte konsekutive Studiengang „Soziologie – Zugänge zur Gegenwartsgesellschaft“ kann ab dem Wintersemester 2016/17 studiert werden. Bewerben können sich Interessierte vom 1. Juni bis 31. Juli.

Ziel des neuen Studiengangs

Ziel des neuen Masterstudiengangs ist es, den Fernstudierenden unterschiedliche theoretische Perspektiven auf die Gesellschaft zu vermitteln, damit sie ihr soziologisches Wissen in ihrer beruflichen Praxis auf die verschiedensten Gegebenheiten anwenden können. Letztendlich sollen die Absolventinnen und Absolventen die unterschiedlichsten Prozesse in einer „multipolaren Welt“ besser verstehen können, indem sie das Gelernte auf die verschiedensten Kontexte übertragen, Eigenarten verstehen und Schlüsse zu ziehen.

Einsatzmöglichkeiten und berufliche Vorteile

Angesicht der Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten von Sozialwissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftlern wundert es Vormbusch nicht, dass sie auf dem Arbeitsmarkt statistisch bessere Chancen haben als beispielsweise Betriebswirtinnen und Betriebswirte oder Juristinnen und Juristen. Das liegt nicht zuletzt an dem sehr breiten universitären Wissen, das sie im Soziologiestudium vermittelt bekommen. Ihre Spezialisierung erfolgt erst spät im Studium. Daher kann der „spezifische soziologische Blick“ in sehr vielen Bereichen angewendet werden.

„Mit unserem neuen Angebot sind wir – im Hinblick auf die vielfältigen beruflichen Tätigkeitsfelder –sehr breit aufgestellt“, betont Uwe Vormbusch. „Es kann ebenso der Einstieg in eine wissenschaftliche Karriere sein wie Türöffner zu wissenschaftsanalytischen Aufgaben in großen Unternehmen und Organisationen, Verbänden und Gewerkschaften, Werbung und Medien oder Beratung.“

„Die Gesellschaft verlangt heute“, so Vormbusch, „Probleme und Gegebenheiten aus verschiedenen Perspektiven analytisch bis zu den Wurzeln zu durchdringen und ganzheitlich zu betrachten. Ebenso müssen gesellschaftliche Krisen untersucht werden.“ So bieten nicht zuletzt die Krisen und krisenhaften Entwicklungen der letzten Zeit zahlreiche Ansätze für soziologische Untersuchungen: Finanzmärkte, Arbeitsmarktlagen, die Wechselbeziehungen zwischen sozialer Ungleichheit, Migration und Geschlecht. Für die Untersuchung der empirischen Veränderungen der Gegenwartsgesellschaft soll das Studium den theoretischen Unterbau liefern. Theorie und Praxis sind daher in ihm eng verwoben.

So mangelt es nach den Beobachtungen von Prof. Uwe Vormbusch und seinen Kolleginnen und Kollegen im Institut für Soziologie keineswegs an Interessierten für das neue Angebot: „Wir erhalten immer wieder Anfragen, ob die FernUniversität einen Master Soziologie anbietet, vor allem von Studierenden und Absolventinnen und Absolventen unserer Bachelor-of-Arts-Studiengänge ‚Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft, Soziologie‘ (BAVPS) und ‚Soziologie‘. Sie sind ja bereits von den Vorteilen des Studierens mit großer zeitlicher und örtlicher Flexibilität überzeugt. Ebenso wollen zahlreiche Externe, die erst nach dem Bachelorabschluss berufstätig wurden, die Vorteile des universitären Fernstudiums nutzen.“

Den BAVPS-Absolventinnen und -Absolventen steht damit zukünftig neben dem politikwissenschaftlichen Master of Arts Governance auch ein soziologischer Master an der FernUniversität zur Verfügung.

Aufbau des Studiengangs

„Unser neuer Studiengang wurde grundlegend neu entwickelt“, unterstreicht Uwe Vormbusch. Zunächst müssen die Studierenden zwei Einführungsmodule absolvieren. Da die Diversität der FernUni-Studentinnen und -Studenten besonders groß ist, sollen sie so beim Einstieg in die anschließenden Hauptmodule über möglichst gleiche Fertigkeiten verfügen.

Das Modul 1 „Perspektiven und Theorien der Soziologie“ wurde vom Lehrgebiet Soziologie I / Allgemeine Soziologie und Soziologische Theorie (Prof. Dr. Frank Hillebrandt) entwickelt. Es vertieft das Wissen über die soziologische Denkweise und vermittelt das „soziologische Handwerkszeug“, das zu einem Universitätsstudium befähigt, gleich welchen persönlichen Hintergrund die Studierenden haben.

Im Modul 2, vom Lehrgebiet Soziologie III / Organisationssoziologie und qualitative Methoden entwickelt, geht es um die „Methoden der qualitativen Sozialforschung“. Der Grund ist das stark qualitativ ausgerichtete Profil des Instituts. Die Master-Studierenden müssen sich mit grundlegenden Begriffen, Vorgehensweisen und Instrumenten auskennen: Einige der Stichworte sind „Mikrosoziologie“, „Interviewforschung“ und „interpretative Verfahren der Soziologieforschung“.

Ebenso haben sich auch das Lehrgebiet Soziologie II / Soziologische Gegenwartsdiagnosen (Prof. Dr. Uwe Vormbusch) und die Ernsting's family-Junior-Stiftungsprofessur für Soziologie familialer Lebensformen, Netzwerke und Gemeinschaften (Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke) in den neuen Masterstudiengang eingebracht.

Gerd Dapprich | 11.02.2016
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