Audio-Podcast: Zwischen Risiko und Sicherheit

Der Psychologe Prof. Andreas Glöckner ist tendenziell risikobereit, entscheidet die Urlaubsfrage intuitiv und wollte schon sehr früh Forscher werden.


„Fünf Fragen an…“ Prof. Andreas Glöckner

Professor Glöckner leitet das Lehrgebiet„Allgemeine Psychologie: Urteilen, Entscheiden, Handeln“. Er beschäftigt sich damit, anhand welcher Faktoren Menschen ihre Umwelt einschätzen und wie diese Urteile dann in das Entscheidungsverhalten einfließen. Daraus leitet er ab, wie risikobereit und sicherheitsbedacht Menschen sind. Im interview erzählt er, ob er eher das Risiko sucht oder die Sicherheit braucht, warum er gern als Wissenschaftler an der FernUniversität arbeitet und bei welchem Hörbuch er als Sprecher mitmachen würde.


Transkript: Fünf Fragen an...Prof. Andreas Glöckner

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Podcast-Reihe: Fünf Fragen an (…): Prof. Dr. Andreas Glöckner

Liebe Hörerinnen und Hörer,

in unserer Folge „Fünf Fragen an…“ stellen wir Ihnen heute Prof. Dr. Andras Glöckner vor. Mein Name ist Anja Wetter.

Professor Glöckner leitet das Lehrgebiet„Allgemeine Psychologie: Urteilen, Entscheiden, Handeln“. Er beschäftigt sich damit, anhand welcher Faktoren Menschen ihre Umwelt einschätzen und wie diese Urteile dann in das Entscheidungsverhalten einfließen. Daraus leitet er ab, wie risikobereit und sicherheitsbedacht Menschen sind.

Frage: Herr Glöckner, wie ist das bei Ihnen: volles Risiko oder schutzbietende Sicherheit?

Andreas Glöckner: In der Tat bin ich eher ein Mensch, der durchaus mal ein Risiko sucht. Es ist eine generelle Tendenz, dass Männer etwas risikosuchender sind als Frauen. Trotzdem ist die Antwort zum gewissen Grad auch beides, weil man aus einer schutzbietenden Sicherheit – aus einer Familie beispielsweise heraus – eher bereit ist, mal ein Risiko in anderen Bereichen einzugehen.

Frage: Eine Frage stellt sich Ihnen nicht mehr: Wirtschaft oder Wissenschaft? Sie haben es in der Personalentwicklung bei einem großen Unternehmen ausgetestet. Warum muss es nun doch die Wissenschaft sein und warum die FernUniversität? Ergänzen Sie doch bitte den Satz: „Ich schätze meine Arbeit an der FernUniversität, weil…“

Andreas Glöckner: Prinzipiell ist Wissenschaft mit unheimlich wichtig und deswegen ist letztendlich auch die Entscheidung für die Wissenschaft gefallen. Ich wollte schon als kleines Kind Forscher werden, deswegen entspricht das auch meinen frühen Vorstellungen. Wenn man Wissenschaft und Wirtschaft vergleicht: Dann ist es in der Wissenschaft so, dass man Dinge einfach freier entscheiden kann – zu einem größeren Grad, als das in Unternehmen möglich ist. Wenn ich die Frage vervollständigen soll, kann ich mit fester Überzeugung sagen, dass ich die FernUniversität besonders schätze, da sie mir große Freiheiten gibt, Dinge zu gestalten, neue Dinge auszutesten und andere, abwegige Ideen auszuprobieren.

Frage: Sie haben viel mit komplexen Fragestellungen zu tun und damit, wie man möglichst richtige Entscheidungen trifft.
Wie ist die Entscheidung für Ihren letzten Urlaub zustande gekommen?

Andreas Glöckner: Auch im Privaten werden gewisse Dinge adaptiv, also angemessen, getroffen. An viele Stellen spielt dabei durchaus Intuition eine gewisse Rolle. Also, dass man Dinge betrachtet, dass man sein Gefühl berücksichtigt. Und bei der letzten Entscheidung für einen Urlaub, war das eher intuitiv-spontan, kurzfristig, dass ich mich dazu entschieden habe, einen Kurztrip durchzuführen. Dann gibt es natürlich auch Entscheidungen, wie beispielsweise die Entscheidung, ob man zu einer anderen Universität wechselt oder nicht oder ob man seinen sicheren Job bei Lufthansa kündigt, um in die Wissenschaft zurückzukommen, die man etwas länger reflektiert.

Frage: Sie haben mir im Vorgespräch erzählt, dass Sie gern Hörbücher hören zur Entspannung. Welches Hörbuch würden Sie gern selbst mal sprechen?

Andreas Glöckner: Ich denke, ich bin kein besonders guter Sprecher für Bücher oder wahrscheinlich auch nicht für die Bücher, die ich selber gern höre. Was ich mir gut vorstellen könnte, ist Kinderbücher einzusprechen, den Grüffelo. Auf der anderen Seite hab ich gerade quasi ein großes Lehrbuch als Video und Ton vertont. Da ging es eher um wissenschaftliche Inhalte, die ich versuche meinen Studierenden zu vermitteln.

Frage: Ja, gut. Das übt wahrscheinlich auch. Herr Glöckner, Sie haben viel mit Menschen zu tun. Wenn Sie übers Alleinsein nachdenken: Was würden Sie mit auf eine einsame Insel nehmen?

Andreas Glöckner: Um eine unbeliebte oder ungeliebte Situation überwinden zu könne, würde ich wahrscheinlich einen Werkzeugkoffer mitnehmen. Um mir zu überlegen, wie man Mittel und Wege findet, um da runter zu kommen.

Vielen Dank für dieses Gespräch!


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Anja Wetter | 15.02.2016