Elektronisches Langzeitarchiv

Kostenfreier Service: Unter „deposit_hagen“ können Lehrende, Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen der FernUni wissenschaftliche Arbeiten ohne Zugriffsbeschränkung publizieren.


Hochschulschriftenserver „deposit_hagen“ mit neuem Design und mehr Funktionalitäten

Die Bibliothek der FernUniversität in Hagen hat ihr ,elektronisches Regal‘ modernisiert: Der Publikationsserver „deposit_hagen“ erscheint in einem modernen Design und mit verbesserten Funktionalitäten. Die Software für das Portal wurde im Rahmen des hs.r-Projektes „Informationsversorgung“ umgestellt. Innerhalb der hs.r-Projekte („Hagener Systems Relaunch“) wird die Softwarearchitektur der FernUniversität umgebaut und modernisiert. Davon sollen alle Bereiche der Hochschule profitieren: von den Studierenden bis zu den Beschäftigten.

Der Hochschulschriftenserver der FernUni-Bibliothek präsentiert sich mit einem frischen Design. (Foto: Screenshot)

Blog-Format

„Deposit_hagen“ ist ein kostenfreier Service der Abteilung Wissenschaftliches Publizieren der Universitätsbibliothek (UB) für alle wissenschaftlich Arbeitenden an der FernUniversität, die darüber wissenschaftliche Arbeiten ohne Lizenzbeschränkung veröffentlichen können.

Die Eingangsseite des Servers erscheint im Blog-Format und zeigt die zuletzt eingestellten Dokumente an. „In der Vorgängerversion musste man die Dateien zum Lesen herunterladen“, beschreibt der technische Projektleiter, Andreas Lorenz. „Jetzt muss man nur auf die Voransicht klicken.“ Zudem sind die Suchfunktionen erweitert und die Browsing-Möglichkeiten verbessert worden. Neben den Fakultäten lässt sich gezielt nach Dokumententypen, Sachgruppen und Personen suchen. Nutzerinnen und Nutzer können das gewünschte Dokument auf die Merkliste setzen und mit zwei Klicks in sozialen Netzwerken teilen. In der rechten Spalte wird die Zitierform angegeben und ein Kopierlink bereitgestellt.

Publikationsgeschehen der FernUniversität abbilden

„Der Hochschulschriftenserver bildet das Publikationsgeschehen an der FernUniversität ab – sofern es sich im Internet abspielt und keinen Zugriffsbeschränkungen unterliegt“, beschreibt Prof. Dr. Eric Steinhauer, Dezernent für Medienbearbeitung der UB, zunächst die wichtigste Funktion des Portals. „Einzelne Fakultäten stellen jetzt schon Dokumente auf ihre Internetseiten. In ,deposit‘ sollen diese Daten idealerweise zusammengeführt werden.“

Zur Zielgruppe des Portals gehören insbesondere alle wissenschaftlich Beschäftigten sowie Studierende, Absolventinnen und Absolventen der FernUni. Sie können ihre Dissertationen oder Habilitationen und auch herausragende Abschlussarbeiten, Aufsätze, Proceedings, Research Papers und Reports einstellen. Die digitalen Sammlungen der FernUni-Bibliothek finden hier ebenfalls einen Platz. „Das Repositorium ist unser ,elektronisches Regal‘“, fügt Steinhauer hinzu. Ein weiteres Plus sieht Steinhauer darin, dass „deposit_hagen“ für nachhaltiges Veröffentlichen sorgt. Dokumente werden mit Uniform Resource Names (URN) versehen, die eine eindeutige, ortsunabhängige Kennung darstellen. Die URNs stehen dauerhaft zur Verfügung. „Eine URL, also eine Internetadresse, dagegen kann sich ändern“, bemerkt Lorenz.

Über den Nachweis in Datenbanken und Katalogen vergrößern Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Reichweite ihrer Publikationen. „Auch wer bereits zunächst in Print veröffentlicht hat, kann über ,deposit_hagen‘ eine Online-Version nachziehen“, so Steinhauer. Inzwischen machten wissenschaftliche Förderprogramme es sogar zur Bedingung, unter Open Access zu publizieren. „Das wird zunehmen“, prognostiziert Steinhauer mit Blick etwa auf das EU-Rahmenprogramm „Horizont 2020“. Für Nutzerinnen und Nutzer wiederum sind damit die Rechte verbunden, wie sie das Dokument einsetzen können.“ Liegt keine Creative-Commons-Lizenz vor, greifen gesetzliche Regelungen, die das Zitieren, Ausdrucken und Abspeichern im üblichen Umfang gestatten. Das Urheberrecht bleibt in jedem Fall bei den Autorinnen und Autoren.

Zitierfähigkeit garantiert

Über deposit_hagen eingestellte Dokumente werden mit allen wichtigen Metadaten versehen. Die Informationen stammen zunächst von den Autorinnen und Autoren. Ob sie ausreichend sind und professionellen Anforderungen genügen, prüft die FernUni-Bibliothek vorab und korrigiert gegebenenfalls. Dank dieser Qualitätskontrolle lässt sich ein Dokument leichter finden. Die Zitierfähigkeit wiederum wird über die URN garantiert. Dazu berät das Team der Abteilung Wissenschaftliches Publizieren gern. Auch die jeweiligen Fachreferentinnen und -referenten der Universitätsbibliothek geben Tipps, wo eine Publikation am besten platziert werden kann.

Die Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbunds, dem verschiedene Bundesländer und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz angehören, hostet die Software für die FernUniversität. Die Bibliothek hat die bereits vorhandenen Dokumente migriert. „Dadurch haben wir auch viele Praxisfälle, anhand derer wir die neue Software an einigen Stellen anpassen konnten“, so Steinhauer. Das Ergebnis ist ein auf die Bedürfnisse der FernUniversität gut abgestimmter Service.

Anja Wetter | 30.03.2016