Neue Medienecke in der Bibliothek der FernUniversität

Die UB hat einen Arbeitsplatz mit einem modernen Lesegerät für Daten auf Microfiches und Mikrofilmen eingerichtet. Das System soll für audiovisuelle Medien und Lehrsoftware ausgebaut werden.


Kooperation zwischen UB und Zentrum für Medien und IT

Zwei Personen stehen neben einem Schreibtisch, an dem ein Mann vor einem Computer und einem Scanner für Microficheplatten und Rollfilmen sitzt.
In einer Kooperation zwischen ZMI und UB konnte ein modernes Lesegerät für Daten auf Microfiche und Rollfilm angeschafft werden: (v.li.) ZMI-Leiter Torsten Reinold, UB-Leiterin Karin Michalke und Tim Rüsseler, Fachangestellter für Medien und Information.

In enger Kooperation zwischen der Bibliothek der FernUniversität in Hagen (UB) und dem Zentrum für Medien und IT (ZMI) konnte die UB eine Medienecke einrichten: Im Untergeschoss der UB steht eine einladende Sitzecke vor einem Zeitschriftenregal. Das Herzstück der Medienecke ist der Arbeitsbereich mit zwei Plätzen: einem Platz mit Lesegerät für Microfiches und Mikrofilme und einem allgemeinen Rechercheplatz.

„Es gibt noch sehr viele Bestände, die auf sog. Mikroformen – das sind Mikrofiches oder Mikrofilme – gespeichert sind“, sagt Karin Michalke, Leiterin der UB. Es handelt sich dabei häufig um Verfilmungen von Zeitungen und Zeitschriften. Das neue Lesegerät der UB ermöglicht zunächst die Rückvergrößerung und Anzeige, aber auch das Scannen und digitale Abspeichern der Daten. Die Darstellung auf dem Monitor lässt sich beliebig vergrößern, so dass die Texte gut lesbar sind und Grafiken oder Fotos angemessen wiedergegeben werden. Es ist eine Speicherung auf USB-Stick oder die Ausgabe auf einem Drucker möglich.

Langzeitarchivierung in Planung

Die Zusammenarbeit zwischen UB und ZMI soll weiter vertieft werden. Beide Einrichtungen arbeiten gemeinsam an einer Strategie zur Langzeitarchivierung zunächst vor allem audiovisueller Medien. „Wir wollen Daten über die Zeit retten“, sagt Dr. Christa Bast, fachliche Assistenz der ZMI-Leitung. „Es geht grundsätzlich um alle Medienproduktionen, die im Rahmen des Blended-Learning-Konzepts der FernUniversität für das Fernstudium entwickelt wurden. Das betrifft etwa Lehrsoftwareproduktionen, bei denen Studienbriefinhalte um Film- und Tonsequenzen, Java- und Flashfilme und um interaktive Aufgaben ergänzt wurden. An diesen wichtigen Bestandteilen der Lehre lässt sich insbesondere die mediale Entwicklung des Fernstudiums dokumentieren.“

Über das Universitätsarchiv können Studierende oder Mitarbeitende, die sich wissenschaftlich beispielsweise mit der Entwicklung des Fernstudiums beschäftigen, künftig auf diese Informationen zugreifen. „Für die Verwendung dieser Inhalte in neuen Kontexten sind allerdings Metadaten unerlässlich. Diese sind in vielen Fällen vorhanden, aber zu einem nicht unwesentlichen Teil existieren sie nur noch in vielen Köpfen von aktiven oder bereits ehemaligen FernUni-Beschäftigten“, ergänzt Bast, die über viele Jahre intensiv an der Entwicklung didaktischer Konzepte für Lehren und Lernen im Fernstudium mitgewirkt hat.

„Digitales Archiv NRW“

Neben vielen weiteren Aspekten werden die weiteren Überlegungen zur Langzeitarchivierung die Aufwände der Zusammentragung von Wissen und die Erfassung der entsprechenden Meta- und Dokumentationsdaten berücksichtigen müssen.

Die UB greift für die Umsetzung und Archivierung wiederum auf das Projekt „Digitales Archiv NRW“ (DA-NRW ) zurück. In diesem Projekt, an dem Gedächtnis- und For­schungs­ein­rich­tungen beteiligt sind, soll eine konforme Speicher-Architektur mit Schnitt­stellen zu anderen natio­nalen und inter­natio­nalen Archi­vierungs­ini­tia­tiven sowie deren Meta­daten­formaten entwickelt werden. Darüber werden die digitalen Daten des Landes NRW langfristig zentral gesichert.

Anja Wetter | 31.03.2016