Diplom-Theologin programmiert ihre Lernsoftware

Barbara Honold arbeitet als Lektorin und studiert an der FernUniversität Informatik und Mathematik. Fürs Lernen hat sie eine individuelle Lernstrategie mit Audio- und Videodateien entwickelt.


FernUni-Studentin erweitert mit Informatik-Studium ihr berufliches Themenfeld

Eine Frau sitzt an einem Tisch, im Hintergrund steht ein Bücherregal: Barbara Honold studiert Informatik an der FernUni. Sie hat bereits ein Theologiestudium abgeschlossen.
Lernen nach Plan: Barbara Honold studiert Informatik an der FernUni. Sie hat bereits ein Theologiestudium abgeschlossen.

Barbara Honold führt „ein Leben unterwegs“. Die 44-Jährige wohnt in Karlsruhe, pendelt regelmäßig nach Süddeutschland und fährt häufig in norddeutsche Städte. Ihr Studium hat sie dabei immer in der Tasche, sie studiert im Masterstudiengang Praktische Informatik an der FernUniversität in Hagen. Nach ihrem Diplomabschluss in Theologie und verschiedenen fachlichen Qualifikationen arbeitet Honold als Lektorin und Layouterin für theologische und spirituelle Themen.

„Aus persönlichem Interesse an der Mathematik wollte ich mein berufliches Spektrum erweitern und habe mich für Informatik entschieden. An ein Präsenzstudium war nicht zu denken – ich habe nur bestimmte Tage und feste Tageszeiten, die ich für die Uni reservieren kann“, erzählt Honold. Sie begab sich auf die Suche und blieb über Empfehlungen an der FernUni hängen. „Wer hier seinen Abschluss schafft, hat einen guten Abschluss“, ist sie fest überzeugt. Die Flexibilität ist für die selbstständig Berufstätige unschlagbar.

Zusammenhänge verstehen

Die Frage, warum sie als Theologin Mathematik und Informatik studiert, muss sie oft beantworten. An der Stelle zitiert sie gern den Naturwissenschaftler und Philosophen Galileo Galilei: „Die Mathematik ist das Alphabet, mit dem Gott die Welt geschrieben hat.“ Barbara Honold beschreibt es so: „Wenn ich einen mathematischen Zusammenhang neu verstehen lerne oder einen Algorithmus, der in der Informatik ein gewünschtes Ziel zu erreichen hilft, dann freue ich mich über diesen Zusammenklang der Dinge; dass es so funktioniert und zusammenpasst.“

Bei Honold verschränken sich Naturwissenschaften und Theologie ganz praktisch: Mit ihrem Anwenderinnenwissen hat sie ein kleines Softwareprogramm geschrieben, mit dem sie Bibelstellen überprüfen oder ein Register erstellen kann – „nur für den Hausgebrauch“, schränkt sie lachend ein. Sie profitiert für ihre Lektoratstätigkeit davon.

Lange Bahnfahrten nutzen

Weit umfangreicher nutzt sie ihre Informatik-Kenntnisse fürs Studium. „Ich habe eine Lernsoftware programmiert“, erzählt sie. Aus den Studienbriefen fasst sie das für sie Wesentliche schriftlich zusammen, strukturiert auf diese Weise den Stoff und setzt sich bereits mit aufkommenden Fragen auseinander. Ihr Lernprogramm speichert Fragen und Antworten – gleichzeitig für eine Lernkartei und als Stoff-Zusammenfassung.

„Daraus generiere ich MP3-Dateien, die ich auf meinen Bahnfahrten höre. Ich kann auf der Grundlage auch MP4-Dateien erstellen, in dem ich Filmsequenzen einbaue“, erklärt Honold ihre äußerst individuelle Lernstrategie. Dazu filmt sie etwa mit, wenn sie einen Rechenweg entwickelt oder einen mathematischen Beweis führt.

Das klingt danach, als lerne sie lieber allein? „Die Mischung macht’s.“ Über Skype trifft sie sich virtuell zu festen Terminen mit ihren Lerngruppen, vor allem vor Prüfungen. Die Lerngruppen initiiert sie über die Newsgroups der jeweiligen Kurse. Für den Austausch übers Studium nutzt sie auch Facebook-Gruppen.

Unterstützung durch Mentoriate

Zu Beginn des Studiums besuchte sie Grundlagenkurse Mathematik und Informatik in verschiedenen Regionalzentren. „Von den Mentoriaten habe ich sehr profitiert“, sagt Barbara Honold und fügt hinzu: „Ohne diese Unterstützung wäre ich vermutlich nicht drangeblieben.“ So kam sie über die anfänglichen Hürden im Fernstudium hinweg. Inzwischen ist sie routinierter – und gibt ihre Erfahrungen gern weiter.

Anja Wetter | 16.03.2016