„IS, Salafismus und Dschihadismus aus Sicht eines Historikers“

Hat der sogenannte „Islamische Staat“ eine historische Tradition? Sind Salafismus und Dschihadismus Phänomene akuter Globalisierungskonflikte? Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.


Vortrag von Prof. Jürgen Nagel in der BürgerUniversität Coesfeld am 11. Mai

Hat der sogenannte „Islamische Staat“ überhaupt eine historische Tradition? Sind Salafismus und Dschihadismus nicht Phänomene ganz akuter Globalisierungskonflikte? Das sind die zentralen Fragen, mit denen sich Prof. Dr. Jürgen G. Nagel, Lehrgebiet „Geschichte Europas in der Welt“ an der FernUniversität in Hagen, am Mittwoch, 11. Mai, ab 19 Uhr in der BürgerUniversität Coesfeld befasst. Veranstaltungsort ist das WBK – Wissen Bildung Kultur, Osterwicker Str. 29, 48653 Coesfeld. Alle Interessierten sind eingeladen.

Hat der sogenannte „Islamische Staat“, in Syrien und Irak kurz „Daisch“ genannt, überhaupt eine historische Tradition? Sind Salafismus und Dschihadismus, wie sie aktuell die Berichterstattung in den Medien dominieren, nicht Phänomene ganz akuter Globalisierungskonflikte? Zweifelsohne ist es richtig, dass die terroristischen Aktivitäten der letzten Monate „moderne“ und nur bedingt religiöse Erscheinungen sind, dass der IS selbst überhaupt nur durch Beteiligung ehemaliger Offiziere Saddam Husseins denkbar ist. Dennoch ist es zu einem besseren Verständnis sinnvoll, deutlich weiter in die Geschichte zurückzublicken. Salafismus und Dschihadismus heute knüpfen nicht zuletzt auch an jahrhundertealte Diskurse in der islamischen Welt an, nutzen langfristig gewachsene Netzwerke und führen Konflikte fort, die ihre Wurzeln in der Frühgeschichte der modernen Globalisierung haben. Der Vortrag wird daher den Versuch unternehmen, ein gegenwärtiges Phänomen vor dem Hintergrund eines globalen Beziehungsgeflechts von „langer Dauer“ zu beleuchten.

Veranstalterin ist die Ernsting's family-Junior-Stiftungsprofessur für Soziologie familialer Lebensformen, Netzwerke und Gemeinschaften (Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke). Auskünfte sind beim Regionalzentrum Coesfeld der FernUniversität, E-Mail: Regionalzentrum.Coesfeld@FernUni-Hagen.de, erhältlich.

Die Veranstaltung findet unter dem Dach des Hagener Forschungsdialogs der FernUniversität statt.

Gerd Dapprich | 19.04.2016