Neue Gleichstellungsbeauftragte macht ihr persönliches Interesse zum Beruf

Kirsten Pinkvoss hat als neue Gleichstellungsbeauftragte der FernUniversität ihre Arbeit aufgenommen. Im Gespräch verrät die Nachfolgerin von Melanie Graf, welche Schwerpunkte sie setzen will.


Kirsten Pinkvoss
Kirsten Pinkvoss ist seit April neue Gleichstellungsbeauftragte der FernUni.

Es ist fast 30 Jahre her. Als 14-jährige Schülerin erlebte sie damals innerhalb der FernUni-Reihe „Frauen im Gespräch“ einen Vortrag der Politikerin Rita Süssmuth mit. Das war eine der ersten Erfahrungen, die das Interesse von Kirsten Pinkvoss für Frauenpolitik und Chancengerechtigkeit geweckt und beeinflusst haben. Seit April ist aus persönlichem Interesse ein Vollzeitjob geworden. Denn die Hagenerin ist zur neuen Gleichstellungsbeauftragten der FernUniversität gewählt worden. Zuvor hat die Nachfolgerin von Melanie Graf die Abteilung Verwaltungsangelegenheiten der Regional- und Studienzentren im Dezernat 2 geleitet.

Projekte und Ideen im Team entwickeln

„Ich freue mich auf meine neue Aufgabe“, sagt Kristen Pinkvoss und steckt bereits mitten drin. Girls‘ und Boys‘ Day an der FernUni, Teilnahme an Berufungsverfahren und ihrer ersten Rektoratssitzung und parallel die Übergabe im Dezernat 2. Der Terminkalender platzt aus allen Nähten. Neben dem Tagesgeschäft läuft bereits die Bestandsaufnahme in der Gleichstellungsarbeit. „Die Arbeit im Team liegt mir dabei sehr am Herzen“, sagt Kirsten Pinkvoss. Gemeinsam mit ihren beiden Mitarbeiterinnen aus der Gleichstellungsstelle, mit ihren Stellvertreterinnen und dem Frauenbeirat stimmt sie derzeit ab, welche Projekte und Ideen aus den Fakultäten und den unterschiedlichen Bereichen zukünftig Priorität haben.

„In den vergangenen Jahren wurde an der FernUni in der Gleichstellungspolitik vieles angestoßen“, beschreibt Kirsten Pinkvoss die Ausgangslage. Beispiele seien Gender in der Lehre, Programme für Professorinnen und Promovendinnen und klassische Gleichstellungspolitik zur Herstellung von Chancengleichheit auf personeller Ebene. „Jetzt müssen wir dran bleiben. Nach wie vor ist die Chancengleichheit nicht vollständig umgesetzt“, sagt sie.

Ein Instrument, das zu einer noch besseren Verankerung von Chancengleichheit im Beruf beitragen könnte, ist möglicherweise eine Bewerbung der FernUni um das Prädikat „Total E-Quality“. „Wir wollen prüfen, ob uns das weiterbringt“, sagt Pinkvoss. Weitere Aufgaben könnten die Überarbeitung des Berufungsleitfadens, die Verankerung des Gender-Gedankens in den durch den HEP 2020 angestoßenen Veränderungen und die Einrichtung eines Hilfe-Telefons für Frauen sein.

Erfahrung in Wissenschaft und Verwaltung

Bei ihrer neuen Aufgabe kann Kirsten Pinkvoss auf langjährige Erfahrung in Wissenschaft und Verwaltung zurückgreifen. Die Hagenerin arbeitet bereits seit dem Jahr 2000 an der FernUniversität. Die ersten vier Jahre war sie im wissenschaftlichen Projekt VINGS – Virtual International Gender Studies tätig. „Dort ging es sowohl um Genderinhalte in der Lehre, als auch um die Schaffung einer Weiterbildungsmaßnahme für Gleichstellungsbeauftragte“, sagt sie. Parallel dazu engagierte sich die Juristin im Frauenbeirat, in der Gleichstellungskommission und als stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der FernUni. Seit 2008 leitet sie zudem den Frauenbeirat der Stadt Hagen und arbeitet darüber hinaus in internationalen Frauennetzwerken mit. „Seit vielen Jahren ist Frauenpolitik mein Thema. An der FernUniversität, in der Kommune und auch persönlich“, fasst die 42-jährige Juristin zusammen. „Jetzt kann ich als Gleichstellungsbeauftragte mein persönliches Interesse zum Hauptjob machen.“

Carolin Annemüller | 27.05.2016