„‚… wie es eigentlich (gewesen) ist?‘ Der Dokumentarfilm und die Wissenschaften“

Dokumentarische Filme bilden für die Geschichts-, Kultur-/Medien- und Sozialwissenschaften eine wichtige, bislang weitgehend unerschlossene Quelle der Erkenntnisgewinnung.


Öffentliche Fachtagung an der FernUniversität am 20. und 21. Mai

Um die Frage „‚… wie es eigentlich (gewesen) ist?‘ Der Dokumentarfilm und die Wissenschaften“ dreht sich die Fachtagung an der FernUniversität in Hagen am Freitag und Samstag, 20. und 21. Mai. Veranstalter sind apl. Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch (FernUniversität, Institut für Geschichte und Biografie), und Dr. Carsten Heinze (Universität Hamburg). Beginn ist am Freitag um 9.15 Uhr. Die Veranstaltung unter dem Dach des Hagener Forschungsdialogs im Seminargebäude der FernUniversität, Raum 1, Universitätsstraße 33, 58097 Hagen, ist öffentlich. Auch am Thema interessierte Bürgerinnen und Bürger sind willkommen. Sie sollten sich jedoch anmelden.

Dokumentarische Filme bilden für die Geschichts-, Kultur-/Medien- und Sozialwissenschaften eine wichtige, bislang weitgehend unerschlossene Quelle der Erkenntnisgewinnung. Ein Blick in heutige Medienkulturen zeigt, dass gesellschaftliche Kommunikation in Film, Fernsehen oder Internet von dokumentarischen Formen und Formaten maßgeblich mitbestimmt wird. Dokumentarische Filme prägen in hohem Maße unsere öffentlichen Geschichts- und Gesellschaftsbilder. Sie sind damit nicht nur hinsichtlich ihrer inhaltlichen Darstellungen relevant, sondern auch in Auswahl, Gestaltung und Diskursivierung ihrer Themen. Hiervon ausgehend soll die Tagung ein Forum bieten, Fragen nach dem erkenntnistheoretischen Status des Dokumentarischen und dem Wesen des Dokumentarfilms im engeren Sinne zu diskutieren.

Aus quellenkritischer Perspektive haben dokumentarische Filme eine kommunikative Doppelfunktion: Sie sind zeithistorische Dokumente sowie auch kommunikative Gegenwartsmedien zur Herstellung von aktuellen Ansichten, Perspektiven und Interpretationen auf historische Themen und Ereignisse. Sie sind damit Bestandteil des kommunikativen und kulturellen Gedächtnisses.

Ziel der Tagung ist es, einen interdisziplinären Austausch zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Dokumentarfilm anzuregen und die verschiedenen Disziplinen miteinander ins Gespräch zu bringen. Damit soll der öffentlichen Bedeutung des Dokumentarischen in gegenwärtigen und historischen Diskursen Rechnung getragen werden.

Weitere Informationen zu der Tagung, zur Anmeldung etc. sind hier zu finden.

In der Veranstaltungsreihe Lüdenscheider Gespräch“ referiert der Filmpublizist und Historiker Dr. Kay Hoffmann am Freitag, 20. Mai, ab 18 Uhr über „Ironische Blicke auf die Gesellschaft der Wirtschaftswunderzeit – Dokumentarfilme der ‚Stuttgarter Schule‘“.

Gerd Dapprich | 10.05.2016