„Ironische Blicke auf die Gesellschaft der Wirtschaftswunderzeit“

Über „Dokumentarfilme der ‚Stuttgarter Schule‘“ referiert der Stuttgarter Filmpublizist und Filmhistoriker Dr. Kay Hoffmann. Die Veranstaltung ist öffentlich.


Lüdenscheider Gespräch am 20. Mai

„Ironische Blicke auf die Gesellschaft der Wirtschaftswunderzeit“ wirft der Filmpublizist und Filmhistoriker Dr. Kay Hoffmann am Freitag, 20. Mai, in den Lüdenscheider Gesprächen, wenn es um „Dokumentarfilme der „‚Stuttgarter Schule‘“ geht. Veranstaltungsort ist ab 18 Uhr das Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid.

„Ironische Blicke auf die Gesellschaft der Wirtschaftswunderzeit“ wirft der Filmpublizist und Filmhistoriker Dr. Kay Hoffmann am Freitag, 20. Mai, in den Lüdenscheider Gesprächen, wenn es um „Dokumentarfilme der „‚Stuttgarter Schule‘“ geht. Veranstaltungsort ist ab 18 Uhr das Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid.

Ein Blick zurück in die wilden 60er Jahre. Mobile 16-mm-Kameras verändern die Dokumentarfilmproduktion radikal. Neue Stile wie Direct Cinema oder Cinéma Vérité entwickeln sich. Die Dokumentarabteilung des Süddeutschen Rundfunks schreibt Fernsehgeschichte. Sie entwickeln einen eigenen, markanten Stil, der als „Stuttgarter Schule“ bezeichnet wird. Sie brilliert mit ironischen Kommentaren und Montagen und dem Mut, Position zu beziehen und auch mal anzuecken. Dies wird heute immer schwieriger.

Der bekannteste Film ist „Der Polizeistaatsbesuch“ (1967) von Roman Brodmann, der den Schah-Besuch 1967 und die Studentenproteste in Berlin dokumentiert. Doch auch in „Tortur de France“ (1960) und „Schützenfest in Bahnhofsnähe“ (1961) – beide von Dieter Ertel –, „Die Borussen kommen“ (1964) von Wilhelm Bittorf oder „Die Misswahl“ (1966) von Roman Brodmann werfen sie kritische Blicke auf die bundesdeutsche Gesellschaft der Wirtschaftswunderzeit. Ein völlig anderes Konzept entwickelte Elmar Hügler. In seiner Reihe „Notizen vom Nachbarn“ verzichtete er völlig auf Kommentar und setzte ganz aufs Bild.

Dr. Kay Hoffmann, Filmpublizist und Filmhistoriker, ist seit 2007 Studienleiter Wissenschaft im Stuttgarter Haus des Dokumentarfilms, für das er seit 1994 regelmäßig gearbeitet hat.

Moderator der Veranstaltung im Hagener Forschungsdialog der FernUniversität ist apl. Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch vom veranstaltenden Institut für Geschichte und Biographie.

Dokumentarische Filme bilden für die Geschichts-, Kultur-/Medien- und Sozialwissenschaften eine wichtige, bislang weitgehend unerschlossene Quelle der Erkenntnisgewinnung. An der FernUniversität in Hagen findet am 20. und 21. Mai eine Fachtagung unter dem Titel „… wie es eigentlich (gewesen) ist?‘ Der Dokumentarfilm und die Wissenschaften“ statt. Auch am Thema interessierte Bürgerinnen und Bürger sind willkommen. Ausführliche Informationen sind unter http://www.fernuni-hagen.de/geschichteundbiographie/forschung/tagungen.shtml zu finden.

Gerd Dapprich | 10.05.2016