Mit den Methoden der Mathematik

Prof. Delio Mugnolo forscht gern interdisziplinär: „Die Ideen aus der Analysis finden vor allem in der Informatik ihre Anwendung.“ Der Mathematiker bietet Vorlagen für die Datenverarbeitung.


Ein Mann steht auf dem Campus der FernUniversität. Im Hintergrund ist das Gebäude TGZ zu sehen: Prof. Delio Mugnolo forscht als Mathematiker gern zu interdisziplinären Themen.
Prof. Delio Mugnolo forscht als Mathematiker zu interdisziplinären Themen.

Prof. Dr. Delio Mugnolo ist stets auf der Suche nach Schnittstellen: Der Mathematiker forciert den interdisziplinären Austausch mit Kolleginnen und Kolleginnen verwandter Fächer. Seit Sommer 2014 leitet der Wissenschaftler das Lehrgebiet Analysis an der Fakultät für Mathematik und Informatik. Der normale Lehrbetrieb läuft längst, Mugnolo schätzt die hohe Kooperationsbereitschaft innerhalb der Fakultät und verfolgt seine wissenschaftlichen Projekte.

Graphentheorie

„Meine Forschungsthemen haben sich gefestigt“, sagt Mugnolo. Operatorentheorie auf Netzwerken, spektrale Graphentheorie und parabolische Gleichungen stehen – nach wie vor – ganz oben auf seiner Liste. Einen Überblick über seine Forschung gewährte der Wissenschaftler in seiner Antrittsvorlesung „Spektrale Abschätzungen für Differenzen- und Differentialoperatoren auf Graphen“ wieder.

Darin unternahm er einen Ausflug in die theoretische Informatik: Unternehmen mit einem sehr großen Stamm von Kundinnen und Kunden haben entsprechend große Datenbanken. Jeder Kundin und jedem Kunden sind unterschiedliche Charakteristika zugeordnet. „Wenn ich eine Marketingstrategie für eine Gruppe mit bestimmten Merkmalen verfolgen will, muss ich innerhalb meiner riesigen Datensammlung Personen mit ähnlichen Eigenschaften finden.“ Bei der sogenannten Clusteranalyse hilft die Mathematik mit Algorithmen. „Meine Forschung bewegt sich auf einem sehr theoretischen Niveau“, beschreibt Mugnolo, „aber die Ideen aus der Analysis finden eben ihre praktische Anwendung in der automatischen Datenverarbeitung.“

Fahrzeugtechnik

Als weiteres Beispiel nennt der junge Professor im Gespräch die Bildverarbeitung, die bei Assistenzsystemen in der Fahrzeugtechnik zum Einsatz kommt. „Hier geht es darum, in Aufnahmen einer Kamera Konturen zu analysieren. Damit automatisch ein Bremsvorgang eingeleitet wird, muss die Technik erkennen, ob ein Kind auf die Straße springt“, erläutert Mugnolo.

Wissenschaftliche Kooperationen

Seine wissenschaftlichen Ideen und Ansätze tauscht Mugnolo vor allem auf Tagungen und in direkten Kooperationen aus. Im vergangenen Jahr organisierte er eine Konferenz in Oberwolfach gemeinsam mit Professorenkollegen aus der Informatik und der Mathematik: „Discrete p-Laplacians: Spectral Theory and Variational Methods in Mathematics and Computer Science“. „Wir haben herausgefunden, dass wir eine gemeinsame wissenschaftliche Sprache sprechen und auch Gemeinsamkeiten in der Herangehensweise bestehen“, beschreibt Mugnolo.

Mit der Bergischen Universität Wuppertal gibt es ein gemeinsames Kolloquium für Promovenden und Postdocs, an dem drei Lehrgebiete der FernUniversität beteiligt sind. Der nächste Termin findet im Herbst an der FernUniversität statt. Auch fakultätsinterne Kooperationen möchte Mugnolo stärken.

Anja Wetter | 11.05.2016