Beim Campusfest Leben retten

Fernstudentin Shyney Vallomtharayil startet bei der großen Sommerparty am 24. Juni eine Registrierungsaktion für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei.


Shyney Vallomtharayil
Studiert Bildungswissenschaft an der FernUni: Heilpraktikerin Shyney Vallomtharayil.

Info 40Alle 15 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs. Viele Patienten sind Kinder und Jugendliche, deren einzige Chance auf Heilung eine Stammzellspende ist. Doch jeder siebte Patient findet keinen Spender.

Auf der Seite www.dkms.de gibt es einen Überblick über die Themen Blutkrebs, Leukämie und Stammzellspende.

Shyney Vallomtharayil kommt gerade vom Lernen in der Universitätsbibliothek. Bevor sie ihre kleine Tochter aus dem MiniCampus abholt, will sie erst noch bei einigen Hagener Firmen Preise für das Campusfest abholen. Die 37-jährige Heilpraktikerin aus Castrop-Rauxel studiert an der FernUniversität Bildungswissenschaft und startet bei der großen Sommerparty am 24. Juni vor der Mensa eine Registrierungsaktion für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Von 16 bis 20 Uhr bietet sie mit ihrem Team neben Beratung, Information und der Registrierung als Stammzellspenderin bzw. Stammzellspender eine Tombola mit Gutscheinen und Sachpreisen an.

Mit wenig Aufwand ein Menschenleben retten

Shyney Vallomtharayil engagiert sich seit vielen Jahren für caritative Projekte, zum Beispiel bietet sie ehrenamtlich Lachyoga für Brustkrebs-Patientinnen an. „Jeder hat die Macht, die Welt in seinem eigenen Einzugsbereich zu verbessern“, sagt die engagierte Fernstudentin. Bei der DKMS ist sie seit 20 Jahren registriert, als Spenderin wurde sie bislang noch nicht gebraucht. Als sie im März in den Prüfungsvorbereitungen steckte, erhielt sie mehrfach Werbung der Deutschen Knochenmarkspenderdatei. Nach den Klausuren informierte sie sich, hörte von speziellen Registrierungsaktionen für Hochschulen und begann mit den Vorbereitungen für die Campusfest-Aktion. „Ich bin gesund und kann studieren. Da möchte ich etwas zurückgeben. Jeder kann mitmachen und mit vergleichsweise wenig Aufwand ein Menschenleben retten“, sagt sie. „Viele Kinder und Jugendliche erkranken an Blutkrebs. Für sie gibt es keinen Ausweg außer einer Spende.“

Heilpraktikerin, Mutter und Fernstudentin

Shyney Vallomtharayil ist Mutter einer gesunden Tochter. Das motiviert sie, sich für Menschen und Familien zu engagieren, mit denen es das Schicksal nicht so gut meint. „In erster Linie bin ich Mutter, alles andere kommt danach“, sagt sie über ihre Familie und ihren Beruf. Alles andere ist bei ihr allerdings eine Menge. Die ausgebildete Bankkauffrau und Heilpraktikerin ist selbstständig, arbeitet und lebt mit ihrer Familie in Castrop-Rauxel und auf Lanzarote. Sie bietet Workshops und Seminare zu verschiedenen Themen an – von Teambildung bis hin zum Stressmanagement. Die Heilpraktikerin mit indischen Wurzeln hat zudem zahlreiche Aus- und Weiterbildungen in der traditionellen indischen Heilkunst besucht. Ayurveda ist daher ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit.

Seit drei Semestern nutzt sie jede freie Minute oft bis spät in die Nacht hinein zum Lernen. Ihr Ziel: der Bachelor in Bildungswissenschaft. „Mit einem Kind verändert sich Vieles“, erklärt sie ihre Motivation für ein Studium. „Ich möchte den Seminarbereich ausbauen. Das Studium vermittelt mir Hintergrundwissen zum Thema Bildung und öffnet mir Türen in der Zusammenarbeit mit Unternehmen.“

Auch Geldspenden sind wichtig

Türen öffnen möchte sie beim Campusfest an ihrem Info-Stand für die Arbeit der DKMS. Mit ihrem Engagement hat sie Mitstudierende, Freundinnen und Freunde angesteckt und ein mehrköpfiges Team zusammengetrommelt. Unterstützt wird die Gruppe von der DKMS. Neben Beratung, Information und Registrierung werden Spenden gesammelt. „Die Laboranalyse einer Registrierung kostet 40 Euro. Da sich die DKMS ausschließlich aus Spenden finanziert, sind auch Geldspenden sehr wichtig“, erklärt Shyney Vallomtharayil und glaubt fest an den Erfolg der Aktion auf dem Campusfest: „Wenn ein einziger Mensch gerettet wird, retten wir nicht nur sein Leben, sondern auch das der Angehörigen.“

Carolin Annemüller | 16.06.2016