Internationale Klimaverhandlungen

Der UN-Klimagipfel als Planspiel: Deutsche und portugiesische Studierende beschäftigen sich in einem Studienprojekts von „infernum“ und der Universidade Aberta mit dem Klimawandel.


Eine Gruppe von Menschen steht in einem Kreis. Jede und jeder hält das Ende eine Fadens in er Hand: Deutsche und portugiesische Studierende bei einem Planspiel zum UN-Klimagipfel im Regionalzentrum Hamburg
Deutsche und portugiesische Studierende bei einem Planspiel zum UN-Klimagipfel im Regionalzentrum Hamburg: Die Universidade Aberta und „infernum“ bieten ein internationales Modul an.

Klimawandel und Klimaverhandlungen: Wie ist der aktuelle Stand der Klimawissenschaften? Welche Folgen hat der Klimawandel für Menschen, Flora und Fauna? Warum führen die eindeutigen klimawissenschaftlichen Forschungsergebnisse der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen unmittelbar zu einer verbindlichen, ambitionierten globalen Klimapolitik?

Diesen Fragen können derzeit 16 deutsche und portugiesische Studierende im Rahmen des internationalen Projekts „The heat is up! – Cross-disciplinary perspectives on climate negotiations“ nachgehen, das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) mit Mitteln des Auswärtigen Amtes gefördert wird. Das Modul ist ein gemeinsames inhaltliches Angebot der portugiesischen Universidade Aberta und des Studiengangs „infernum“ (Interdisziplinäre Fernstudium Umweltwissenschaften), das von der FernUniversität in Hagen und dem Fraunhofer Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen getragen wird.

Virtuell und persönlich

Das Projekt ist als Blended-Learning-Modul konzipiert: Es startete Mitte Februar mit einem virtuellen Kick-off-Meeting via Adobe Connect. Daran schloss sich eine zweimonatige virtuelle Arbeitsphase an, in der sich die Studierenden in internationalen Arbeitsgruppen in die klimapolitische Verhandlungsposition eines Landes oder Staatenverbunds (USA, China, Europäische Union, Russland oder Alliance of Small Island States) einarbeiten sollten.

An die virtuelle Arbeitsphase schloss sich ein fünftägiger Präsenzworkshop im Hamburger Regionalzentrum der FernUniversität an. Den didaktischen Kern des Workshops bildete ein Planspiel, in dessen Rahmen die im November 2016 anstehende Klimakonferenz in Marrakesch simuliert wurde. Bis Ende Juni 2016 haben die internationalen Studierendengruppen nun Zeit, ein ausführliches Positionspapier als Prüfungsleistung einzureichen.

Interdisziplinarität und Interkulturalität

Dr. Daniel Otto, Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei „infernum“, betont: „Planspiele sind ein vielversprechendes didaktisches Element: Die Studierenden bekommen nicht nur abstrakt theoretisches Wissen über die internationale Klimapolitik vermittelt, sondern sie erleben direkt, wie komplex zwischenstaatliche Verhandlungen sind!“.

Ergänzt wurde das Planspiel durch Expertenvorträge und eine Exkursion zu einem Erneuerbare-Energien-Projekt in Hamburg-Georgswerder. Sara Becker, ebenfalls Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei „infernum“, betont das positive Feedback der Studierenden zu den internationalen Modulen von infernum: „Interdisziplinarität, Interkulturalität und innovative didaktische Formate. All‘ das bieten unsere internationalen Module und die Studierenden melden uns zurück, wie motivierend sich diese Erfahrung auf das gesamte Studium auswirkt.“

Finanzielle Förderung vom DAAD für ein weiteres internationales Projektmodul wurde vom infernum-Team bereits beantragt.

Anja Wetter | 02.06.2016