Weg vom Überfluss: Wege und Herausforderungen für suffiziente Lebensstile

Wie können wir in unserem Leben Maß halten? Um diese Frage drehte sich der „infernum“-Tag 2016 in Berlin, den die FernUniversität gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut UMSICHT organisiert.


Eine Gruppe mit sechs Personen steht im Foyer eines Gebäudes: Freuen sich über hervorragende Absolventen: (v.li.) Martin Fischer (Fraunhofer Academy), Prof. Dr. Annette Elisabeth Töller (FernUniversität in Hagen), Ulrich Haarmann, Tilman Stechele, Martin Schaal (alle Absolventen) und Prof. Dr. Görge Deerberg (Fraunhofer UMSICHT). (Foto: Tom Maelsa)
Freuen sich über hervorragende Absolventen: (v.li.) Martin Fischer (Fraunhofer Academy), Prof. Dr. Annette Elisabeth Töller (FernUniversität in Hagen), Ulrich Haarmann, Tilman Stechele, Martin Schaal (alle Absolventen) und Prof. Dr. Görge Deerberg (Fraunhofer UMSICHT). (Foto: Tom Maelsa)

„Gutes Leben – Geht das einfach?“ – Eine schwierige Frage, auf die es vielfältige Antworten gibt. So auch auf dem „infernum“-Tag im Fraunhofer-Forum in Berlin, auf dem jetzt Studierende sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik über Strategien zur Umsetzung suffizienter Lebensstile diskutiert haben. Im Fokus stand die Frage, wie sich bestehende Konsummuster verändern und auf ein nachhaltiges Maß herunterbrechen lassen. Alle Vorträge des „infernum“-Tages sind online abrufbar.

Begrüßung durch FernUni-Rektorin

Die Anbieter des Fernstudiengangs „infernum“, die FernUniversität in Hagen und Fraunhofer UMSICHT, bieten mit dem „infernum“-Tag regelmäßig ein Forum für fächerübergreifende Vorträge von Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu umweltwissenschaftlichen Fragen. Nach der Begrüßung durch die Rektorin der FernUniversität, Prof. Dr. Ada Pellert, dem stellvertretenden Abteilungsleiter der Fraunhofer Academy, Martin Fischer und der wissenschaftlichen Leitung von „infernum“, drehte sich in diesem Jahr alles um die Frage: „Gutes Leben – Geht das einfach? Strategien zur Umsetzung suffizienter Lebensstile.“

Doch was meint Suffizienz überhaupt? Für den einen kann es bedeuten, bei Reisen auf das Flugzeug zu verzichten, für die andere zu reparieren, statt neu zu kaufen. Letztendlich gibt es viele Wege, den Rohstoff- und Energieverbrauch zu reduzieren – für Individuen genauso wie für Wirtschaft und Politik.

Der Versuch, dem gesellschaftlichen Überfluss entgegenzuwirken und das gesellschaftliche Verhalten entsprechend anzupassen, bringt mindestens so viele Herausforderungen wie Chancen mit sich. Nachhaltiger Konsum war das Stichwort, zu dem Prof. Dr. Angelika Zahrnt beim „infernum“-Tag die Bühne des Fraunhofer-Forums in Berlin betrat. In ihrem Vortrag beleuchtete die Ehrenvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. (BUND), wer auf welchem Weg hier einen Beitrag leisten kann. „Die Politik muss den Rahmen dafür setzen, dass gutes Leben einfacher wird“, so lautete ihr klares Votum.

Neugierig geworden?

Alle Vorträge der Referierenden sind online abrufbar auf dem Youtube-Kanal des Fernstudiengangs „Umweltwissenschaften“.

Individuum vs. Politik: Wer trägt die Verantwortung?

Wie viel Politik das Konzept der Suffizienz überhaupt verträgt, analysierte Prof. Dr. Reinhard Loske im Anschluss. Der Professor für Nachhaltigkeit und Transformationsdynamik an der Universität Witten/Herdecke packte damit die sinnbildlich „heiße Kartoffel“ an. In seinem Vortrag zur Suffizienzpolitik brachte er die Wirtschaft und die Technik mit ins Boot: „Wir sollten den Wechsel zu suffizientem Leben mit kooperativen Wirtschaftsformen gestalten“, und dabei darauf achten, dass „die Überhöhung technikzentrierter Ansätze am Kern des Problems vorbei geht“.

Ist Konsumverzicht nicht eine Bewegung, die bei uns allen stattfinden muss? Für Prof. Ursula Tischner ist das keine Frage, sondern vielmehr eine Aussage. „Suffizienz braucht revolutionäre Ansätze“. Dies liegt für Tischner als CEO von „econcept“, einer Agentur für nachhaltiges Design in Köln, die Suffizienz als Strategie für die Gestaltung ihrer Produkte begreift, auf der Hand.

Wer sich in seinem Studium mit den verschiedenen Aspekten von Umwelt und Nachhaltigkeit beschäftigt hat, ist auch am Thema des gesellschaftlichen Überflusses nicht vorbei gekommen. Martin Schaal, Ulrich Haarmann und Tilman Stechele gehören zu den besten „infernum“-Absolventen des akademischen Jahres 2014/2015. Auf dem diesjährigen „infernum“-Tag haben sie die Ergebnisse ihrer Masterarbeiten präsentiert, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Reine Produktion, der gute chemische Zustand und mehr Transparenz in der Textilindustrie waren die Themen ihrer Vorträge.

Gemeinsame Pressemitteilung der FernUniversität in Hagen und Fraunhofer-UMSICHT

Anja Wetter | 09.06.2016