Prädikat wertvoll: Erasmus+ Staff Mobility

Wie werden Probleme an anderen Unis gelöst? Wie laufen Arbeitsprozesse ab? Drei FernUni-Mitarbeiterinnen nahmen an der Staff Week 2016 in Barcelona teil. Sie berichten über ihre Erfahrungen.


Eine Gruppe steht vor einer Backsteinwand an der Universitat Oberta de Catalunya: Die Teilnehmenden der
Die ,mobilen Beschäftigten' der FernUni: Prof. Hans-Jörg Schmerer (2.v.li.), Dorothee Schulze (5.v.li.), Gabriele Pucher (4.v.re.) und Christine Charon (3.v.re.)

Im Rahmen des Programmes Erasmus+ Personalmobilität nahmen Dorothee Schulze (Zentrale Studienberatung), Christine Charon (Forschung und Internationale Angelegenheiten) und Gabriele Pucher (Regionalzentrum Neuss) und die Gelegenheit wahr, in der Zeit vom 9. bis 13. Mai an der Staff Week 2016 der Universitat Oberta de Catalunya (UOC) in Barcelona teilzunehmen.

Sie hatten gemeinsame Programmpunkten der UOC, lernten die Institution kennen, tauschten sich im beruflichen Kontext und informell mit Kolleginnen und Kollegen anderer europäischer (Fern-)Universitäten aus. Vor allem bekamen sie individuelle Einblicke in die eigenen Arbeitsbereiche an der UOC, die sie hier schildern:

Dorothee Schulze, Zentrale Studienberatung

Dorothee Schulze

„Dieser Austausch hat meine Erwartungen hinsichtlich eines interkulturellen und fachlichen Austausches sehr getroffen.“

Dieses Modell war für mich absolut passend, hat meine Erwartungen hinsichtlich eines interkulturellen und fachlichen Austausches sehr getroffen und mir einen guten Einblick in Strukturen und Arbeitsabläufe der UOC gewährt.

Meine Motivation, an der Staff Week der UOC teilzunehmen, bestand darin, mehr über das Lehr-, Lern- und Beratungssystem einer anderen Fernuniversität zu erfahren, insbesondere im Vergleich zu meinem Arbeitsfeld, der Zentralen Studienberatung mit fachlicher Verantwortung für die standardisierten Angebotsformate der Studienberatung in den Regional- und Studienzentren.

Rein virtuelle Betreuung

Studium und Betreuung finden an der UOC fast ausschließlich virtuell statt. Die Betreuung wird in erster Linie über ein Tutorensystem gemanagt und beinhaltet auch die Unterstützung bei administrativen Fragestellungen und bei Schwierigkeiten im Studium. Ein eigenständiges Beratungssystem mit fachübergreifenden Angeboten gibt es nicht, allerdings scheint die allgemeine Studienberatung an spanischen Hochschulen insgesamt keine mit Deutschland vergleichbare Tradition bzw. etablierte Rolle beim Support für Studierende und Bildungsinteressierte entwickelt zu haben. Bei den Serviceleistungen der regionalen Zentren der UOC werden zum Teil andere Schwerpunkte gesetzt.

In den Fachgesprächen mit Mitarbeitenden der Assessment Services und dem Regional Support Service Barcelona konnten wir sehr offen über die Unterschiede, aber auch gemeinsame Anliegen diskutieren und uns gegenseitig interessante Impulse geben.

Ich habe vor allem diese Sessions als sehr anregend im Sinne der Reflektion über die eigenen Arbeitsinhalte und Sichtweisen empfunden und freue mich, durch den Aufbau von persönlichen Kontakten konkrete Anknüpfungspunkte für eine spätere Vertiefungsmöglichkeit mitgenommen zu haben. Last but not least bot mir der Aufenthalt eine gute Gelegenheit, meine englischen und spanischen Sprachkenntnisse aufzufrischen.

Christine Charon, Forschung und Internationale Angelegenheiten

Christine Charon
​„Die Staff Week bietet eine sehr gute Möglichkeit, den eigenen Arbeitsbereich zu reflektieren und neue Impulse zu erhalten.

Als Betreuerin des Netzwerks Promovendinnen war ich besonders daran interessiert, wie der Promotionsprozess, insbesondere die Betreuung des Promovierenden abläuft. Im Vorfeld war mir bereits bekannt, dass die UOC drei „doctoral schools“ unterhält. Hier war es mein Ziel, die Organisation und Struktur, insbesondere Betreuung, Lehre und Forschung kennenzulernen. Mit Blick auf die Internationalisierung von Forschenden war ich zudem daran interessiert, wie Jungforschende sich in die internationale „scientific community“ einbringen. Nicht zuletzt war mir auch an einem Aufbau eines internationalen persönlichen Netzwerks zum Thema gelegen.

Transparenter Austausch

Die ein- bis eineinhalbstündigen Einzelgespräche wurden meist mit kurzen Power Point Präsentationen eingeführt und in einer anschließenden Diskussionsrunde vertieft. Ich habe den Austausch als sehr offen und transparent erlebt, z. T. auch mit überraschend anderen Arbeitsabläufen. Besonders spannend empfand ich, dass nahezu gleiche Arbeitsinhalte an der UOC anders ausgeführt werden, z. B. dass Teilzeit-Promovierende komplett online betreut werden.

Gabriele Pucher, Regionalzentrum Neuss

Gabriele Pucher
​„Ich kann allen Kolleginnen und Kollegen die Teilnahme an einer Staff Week nur empfehlen.“

Sowohl organisatorisch als auch strukturell sind mir einige Unterschiede zur FernUniversität deutlich geworden. Beeindruckt hat mich die internationale Ausrichtung der Studienangebote der UOC, die in katalanischer, spanischer und englischer Sprache angeboten werden.

Anders als ich erwartete, ist die Gleichstellungsarbeit an der UOC – die wir ebenfalls kennen lernen konnten – nicht in dem Maße institutionell verankert wie z.B. an unserer Universität.

Überrascht hat mich außerdem, dass zwischen Lehrenden und Verwaltungsmitarbeitenden aller Bereiche ein intensiver Austausch geführt wird und dabei etwa Hierarchien oder unterschiedliche Rollen nicht bedeutsam scheinen.

Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen

Die intensiven Gespräche in kleiner Runde mit den Kolleginnen dieser Bereiche waren sehr wertvoll: Wir konnten Gemeinsamkeiten und Unterschiede feststellen. Beim regionalen Service war für mich besonders interessant, dass die Vermittlung von Praktikumsplätzen für die Studierenden eine hohe Priorität hat. Dazu arbeiten die regionalen Zentren mit Unternehmen zusammen.

Insgesamt war die Staff Week an der UOC für mich ein großer Gewinn, meine Erwartungen haben sich rundum erfüllt. Alle fachlichen Gespräche und Vorträge mit Diskussionen fanden in einer aufgeschlossenen und offenen Atmosphäre statt und ich konnte viele Anregungen und Anknüpfungspunkte zur Reflexion der eigenen Arbeit mitnehmen. Auch ist ein erster Schritt der Vernetzung mit den spanischen Kolleginnen und Kollegen durch den persönlichen Austausch erreicht.

Es war mir wichtig, neue fachbezogene und interkulturelle Erfahrungen auf der beruflichen Schiene zu sammeln, die ich in meiner Leitungsfunktion u.a. für die tägliche Arbeit für und mit Studierenden und Studieninteressierten in unserem Regionalzentrum nutzbar machen kann.


Ebenfalls interessiert mit Erasmus+ ins Ausland zu gehen? Alle Informationen erhalten Sie hier oder wenden Sie sich an Mareike Siewert. Zu den ausführlichen Erfahrungsberichten

Anja Wetter | 16.06.2016