Daumen drücken für unsere Studierenden bei Olympia

Vorschau: Wenn vom 5. bis 21. August in Rio de Janeiro die Olympischen Sommerspiele 2016 ausgetragen werden, sind auch Studierende der FernUniversität beim größten Sport-Event der Welt dabei.


Zwei Seglerinnen in Aktion
Fiebern dem ersten Start auf dem Wasser entgegen: Annika Bochmann und Marlene Steinherr (vorne). Foto: Sailing Energy.

Rund 10.000 Sportlerinnen und Sportler aus 150 Nationen starten in mehr als 30 Sportarten. Gold, Silber und Bronze werden in 306 Wettbewerben vergeben. Wenn vom 5. bis 21. August in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro die Olympischen Sommerspiele 2016 ausgetragen werden, sind auch Studierende der FernUniversität in Hagen beim größten Sport-Event der Welt dabei.

Annika Bochmann (25, Wirtschaftswissenschaft) und Marlene Steinherr (30, Psychologie) aus Berlin teilen gleich zwei Leidenschaften: die fürs Segeln und die fürs Fernstudium. In Rio starten die beiden Seglerinnen gemeinsam in einem Boot in der 470er Klasse, in der sie bereits einige Plätze unter den Top Acht bei Europa- und Weltmeisterschaften vorweisen können. „Dass wir in Rio dabei sind, ist ein Lebenstraum“, sagt Marlene Steinherr. „Es ist großartig, für dieses Ziel zu arbeiten.“ Das Duo fiebert nun der Eröffnungsfeier und dem ersten Start auf dem Wasser entgegen.

Handballerportrait im Trikot
Erst Europameister, jetzt bei Olympia dabei: Für Handballer Julius Kühn werden im Sportjahr 2016 zwei Träume wahr. Foto: Sascha Klahn/DHB

In der Olympia-Vorbereitung haben die Seglerinnen unter anderem die langen Flüge für ihr Studium genutzt. Annika Bochmann hat ihre Skripte immer als PDF dabei. „Für mich kommt es nicht in Frage, neben dem Sport nichts zu machen“, sagt sie. Ein großer Vorteil des Studiums an der FernUni ist für sie der finanzielle Aspekt. „Wir Leistungssportler haben grundsätzlich wenig Geld zur Verfügung. Die Grundgebühr an der FernUni ist sehr niedrig und man zahlt letztendlich fast nur das Material“, sagt sie. „Daher wird man nicht unter Druck gesetzt, so schnell wie möglich fertig zu werden.“

Gute Zusammenarbeit auf "jedem Fleck der Erde"

Weil sie aufgrund des Leistungssports ein angefangenes Studium an einer Präsenzuni nicht abschließen konnte, ließ sie sich von der Begeisterung ihrer Teamkollegin Marlene Steinherr anstecken, die an der FernUni bereits erfolgreich den Bachelor in Psychologie abgeschlossen hat und nun im Master studiert. „Neben dem Sport und auch dem Beruf können die Inhalte sehr gut erarbeitet werden aufgrund der guten Studienbriefe und Vorlesungen“, fasst Steinherr zusammen. „Die Zusammenarbeit mit den Kommilitoninnen und Kommilitonen funktioniert auf jedem Fleck der Erde.“ Die Klausuren im September liegen für das Segel-Duo allerdings zu knapp hinter den Olympischen Spielen, in Rio haben sie daher fernunifrei.

Portraitfoto von Laura Siegemund
Im Studium und auf dem Tennisplatz erfolgreich wie nie zuvor: Laura Siegemund. Foto: privat

Die FernUni in Rio: Bereits am 3. August spielt Fußballerin Kathrin Hendrich (Bildungswissenschaft) mit der Nationalmannschaft im ersten Vorrundenspiel gegen Simbabwe. Das olympische Tennisturnier beginnt für Laura Siegemund (Psychologie) am 6. August. Die Seglerinnen Annika Bochmann (Wirtschaftswissenschaft) und Marlene Steinherr (Psychologie) haben am 7. August ihren ersten Start auf dem Wasser. Ebenfalls am 7. August beginnt für Handball-Europameister Julius Kühn (Wirtschaftswissenschaft) die Vorrunde mit dem Spiel gegen Schweden. Europameisterin Cindy Roleder (Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft und Soziologie) geht am 17. August über 100 Meter Hürden an den Start. Daumen drücken für unsere FernUni-Olympionikinnen und Olympioniken! Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Auch Handball-Europameister Julius Kühn (23), Rückraumspieler beim VfL Gummersbach, hat mit dem Fernstudium beste Erfahrungen gemacht. „Ich studiere nun im zweiten Semester Wirtschaftswissenschaft an der FernUni in Hagen und muss sagen, dass sich dieser Studiengang perfekt mit dem Leistungssport verbinden lässt." Allerdings ist auch für ihn die Zeit zum Lernen zuletzt immer knapper geworden. „Es ist natürlich nicht einfach, sich während der Olympia-Vorbereitung mit dem Studium auseinanderzusetzen. Das erfordert viel Eigenverantwortung, da man jeden Tag mindestens zweimal trainiert und zwischendurch noch Medientermine hat."

Internationaler Durchbruch und Master in Psychologie

Tennisspielerin Laura Siegemund (28, Psychologie) aus Metzingen hat hingegen fernunifrei. Ihr fehlt nur noch das berufsorientierte Praktikum für den Bachelor-Abschluss. Mit 28 Jahren spielt sie momentan das beste Tennis ihrer Karriere: „Es läuft bombig“, sagt Siegemund, die in diesem Jahr den Sprung unter die Top 50 der Welt schaffte - und im Juli sogar ihr erstes WTA-Turnier im schwedischen Bastad gewann. Auch im Studium läuft‘s. „Versagen unter Druck“, so lautet der Titel ihrer abschließenden, mit 1,3 benoteten Bachelorarbeit. Nach Olympia will sie den Master in Angriff nehmen. „Das Studium ist mir sehr wichtig“, sagt Siegemund. Jetzt will sie aber erstmal den Kopf für Rio frei haben und an ihre sportlichen Erfolge anknüpfen. Bei den Australien Open hat Siegemund in diesem Jahr die dritte Runde erreicht. Beim WTA-Turnier in Stuttgart stand sie im Finale. Nach Rio reist sie extra frühzeitig an, um sich zu akklimatisieren. „Ich bin zum ersten Mal bei Olympia dabei und spiele zum ersten Mal für Deutschland. Da möchte ich so gut wie möglich abschneiden.“ Rio ist für sie ein „Lebenserlebnis“. Neben der Eröffnungsfeier will sie auch den einen oder anderen Wettkampf in anderen Sportarten live miterleben.

Goldene Olympia-Träume

Auch Fußballerin Kathrin Hendrich (24, Bildungswissenschaft) aus Frankfurt freut sich riesig auf die Olympischen Spiele. „Ich hoffe, dass wir mit der Goldmedaille wieder zurück kommen“, sagt sie. Glücklich ist sie über die Möglichkeit, dank der FernUni Fußball und Studium kombinieren zu können. „Durch das Fernstudium kann ich mein Lernpensum selbst bestimmen und es somit optimal mit meinem Trainingsplan kombinieren“, sagt die Abwehrspielerin. Zum Lernen bleibt Kathy Hendrich jetzt aber erstmal keine Zeit mehr. Die Frauennationalmannschaft startet bereits vor der offiziellen Eröffnungsfeier mit der Vorrunde in das olympische Fußballturnier.

Carolin Annemüller | 25.07.2016