Wissenschaftsabend im Museum gibt Einblicke in Forschung

Wissenschaft im Hagener Kunstquartier erleben: Die FernUniversität in Hagen war jetzt mit ihren vier Fakultäten im Herzen der City zu Gast.


Rektorat mit Referentinnen und Referenten
Das neue Rektorat um Prof. Ada Pellert (M.) will gemeinsam mit den Referentinnen und Referenten FernUni-Forschung transparent machen.

Wissenschaft im Hagener Kunstquartier erleben: Die FernUniversität in Hagen war jetzt mit ihren vier Fakultäten im Herzen der City zu Gast. Beim Wissenschaftsabend „Tabus, Verbote und Geheimnisse“ erhielten rund 90 Gäste im Emil-Schumacher-Museum in Hagen interessante Einblicke in die FernUni-Forschung.

Passend zum Thema des Abends räumte Rektorin Prof. Dr. Ada Pellert in ihrer Begrüßung mit einigen Mythen rund um die FernUniversität auf: Die Hagener Hochschule ist mit ihren 76.000 Studierenden als größte Universität in Deutschland vor Ort erlebbar und greifbar. Sie hat einen großen Campus in Hagen und ein Logistikzentrum im Lennetal. Und sie ist mit 1850 Arbeitsplätzen eine der größten Arbeitgeberinnen der Stadt. „Heute möchten wir Ihnen Einblicke in unsere Forschung geben“, stellte Prof. Ada Pellert heraus. „Denn Universität lebt von der Kombination aus Forschung und Lehre.“ Wissenschaft kenne keine Denkverbote, leitete sie zum Thema des Abends über.

Die Geschichte des Tabus

Als Expertin für Tabus führte Prof. Dr. Alexandra Przyrembel durch die Veranstaltung des Hagener Forschungsdialogs. Von ihr erfuhren die Teilnehmenden: Das Tabu hat eine Geschichte, die im Gefolge der Südsee-Euphorie des ausgehenden 18. Jahrhunderts und der ersten Erwähnung durch den Entdecker James Cook beginnt. Mehr als 100 Jahre später wendet sich der Psychoanalytiker Sigmund Freud dem „marvellous“, dem „wunderbaren“ Tabu zu, wie er es in einem Brief an einen Freund bezeichnet. „Bis heute wirkt das Tabu fort und offenbart sich in Verboten und Geheimnissen“, sagte Prof. Przyrembel in ihrer Einführung.

Plenum
Rund 90 Gäste erlebten den Wissenschaftsabend des Hagener Forschungsdialogs im Emil-Schumacher-Museum mit.

Von der Klimapolitik bis zu IT-Sicherheitsproblemen

Beispiele dafür lieferten die vier Referentinnen und Referenten der Fakultät Kultur- und Sozialwissenschaften, Mathematik und Informatik, Wirtschaftswissenschaft und der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Sie nahmen in ihren Kurzvorträgen je ein Tabu, Verbot oder Geheimnis aus der Themenpalette ihres Forschungsgebiets in den Fokus. Soziologin Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke schilderte am Beispiel der Medizintechnologie, wie Nichtwissen und Ungewissheit die soziale Ordnung beeinflussen. Aus volkswirtschaftlicher Sicht sprach Prof. Dr. Alfred Endres über wirkungsvolle Klimapolitik und warum deren Umsetzung so schwierig ist. Was die neue EU-Richtlinie zum Schutz unternehmerischen Know-hows bringt, beleuchtete Rechtswissenschaftlerin Prof. Dr. Barbara Völzmann-Stickelbrock. Und Informatiker Prof. Dr. Wolfgang A. Halang zeigte Lösungen für heutige IT-Sicherheitsprobleme auf.

Politische Dimension der Wissenschaft

So unterschiedlich die Einblicke in die Tabus, Verbote und Geheimnisse unserer Zeit auch waren, gemeinsam ist ihnen: Es gibt ein interdisziplinäres Verständnis von Wissen und Nicht-Wissen. Zudem hat Wissenschaft immer auch eine politische Dimension.

Abschließend gab es Gelegenheit im Foyer des Schumacher-Museums mit den Referentinnen und Referenten ins Gespräch zu kommen und mehr über die FernUniversität zu erfahren. Das können Interessierte darüber hinaus auch bei zukünftigen Veranstaltungen des Hagener Forschungsdialogs auf dem Campus der FernUniversität.

Carolin Annemüller | 29.09.2016