Ein Markt, der keine unangenehmen Fragen stellt

„Blutige Antiken“: Dr. Michael Müller-Karpe berichtet am 5. Oktober in der BürgerUniversität Coesfeld von seiner Arbeit als Kriminalarchäologe. Der Eintritt ist frei.


Kriegsparteien plündern archäologische Stätten und lassen sich von einem gierigen Antikenmarkt die Kriegskassen füllen. Dr. Michael Müller-Karpe berichtet am Mittwoch, 5. Oktober, ab 19 Uhr in der BürgerUniversität Coesfeld von seiner Arbeit als Kriminalarchäologe: „Blutige Antiken: Zum Umgang mit einem Markt, der keine unangenehmen Fragen stellt.“ Der Eintritt ist frei, alle Interessierten sind willkommen.

Bilder von der gezielten Vernichtung von Kulturgut durch Kämpfer des „Islamischen Staates“ in Syrien und Irak haben einer entsetzten Weltöffentlichkeit erneut die Gefahren vor Augen geführt, denen das kulturelle Erbe der Menschheit ausgesetzt ist. Nicht nur die willentliche Zerstörung von Kulturstätten ist ein Mittel der Kriegsführung. Kriegsparteien plündern auch seit Jahrzehnten archäologische Stätten und lassen sich von einem gierigen internationalen Antikenmarkt die Kriegskassen füllen. Der Referent berichtet von seiner Arbeit als Kriminalarchäologe, seinen Bemühungen um die Förderung des Bewusstseins für die Gemeinschädlichkeit des Handels mit Antiken ungeklärter Herkunft, dem finanziellen Anreiz und Motor für Raubgrabungen und den Widerständen, mit denen er sich dabei konfrontiert sieht.

Der öffentliche Vortrag unter dem Dach des Hagener Forschungsdialogs der FernUniversität findet im WBK – Wissen Bildung Kultur, Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld, statt. Er wird von der Ernsting's family-Junior-Stiftungsprofessur für Soziologie familialer Lebensformen, Netzwerke und Gemeinschaften (Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke) veranstaltet.

Dr. Michael Müller-Karpe ist Archäologe am Römisch-Germanischen Zentralmuseum, dem Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie in Mainz. Er hat archäologische Grabungen in Deutschland, Großbritannien, Irak, Ägypten und Oman durchgeführt. Vehement engagiert sich Müller-Karpe für den Kulturgüterschutz. Er setzt sich für eine wirksame Bekämpfung der Antikenhehlerei ein und erstellt für Polizei, Zoll und Staatsanwaltschaften Gutachten.

Weitere Auskünfte erteilt das Regionalzentrum Coesfeld der FernUniversität.

Gerd Dapprich | 08.09.2016