„Selbstbegrenzung und Selbstbehauptung. Der Westen braucht eine neue Strategie“

Nach Ansicht von Prof. Heinz Theisen (Köln) werden angesichts zahlreicher Verflechtungen politische Grenzen als Grundlage für eine steuernde Politik gebraucht. Der Eintritt am 13. Oktober ist frei.


Um „Selbstbegrenzung und Selbstbehauptung. Der Westen braucht eine neue Strategie“ geht es am Donnerstag, 13. Oktober ab 17 Uhr in der Vortragsreihe „Europäische Verfassungswissenschaften“ des Dimitris-Tsatsos-Instituts für Europäische Verfassungswissenschaften (DTIEV) der FernUniversität in Hagen. Referent ist Prof. Dr. Heinz Theisen (Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, Köln, Lehrgebiet Politikwissenschaften einschl. Sozialpolitik). Der öffentliche Vortrag mit anschließender Diskussion findet im Rahmen des Hagener Forschungsdialogs im Seminargebäude, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen, Räume 4 und 5, statt.

 

Der Vortrag von Heinz Theisen, seit 1997 Professor für Politikwissenschaft an der Katholischen Hochschule in Köln, stützt sich auf folgende Thesen:

  • Die westliche Politik, sich offensiv in die Angelegenheiten des Orients und der Ukraine einzumischen und umgekehrt in Europa auf schützende Grenzen gegenüber seinen Nachbarn zu verzichten, ist gescheitert. Sie hat zu einer doppelten Überdehnung nach außen und innen geführt.
  • Von den Interventionen in Afghanistan, im Irak und in Libyen bis zu Lockangeboten an die Ukraine hatte der Westen zu Destabilisierungen beigetragen, Flüchtlingsströme zu sich gelenkt, die Sicherheitspartnerschaft mit Russland ruiniert und den Kampf der Islamisten gegen den Westen angefeuert.
  • Diese Überdehnungen, Entgrenzungen und Verstrickungen machen eine neue Strategie der Selbstbegrenzung und Selbstbehauptung des Westens notwendig. Nach der Eindämmung des extremen Islamismus muss eine durch Grenzen bewehrte Koexistenz mit den anderen Kulturen aufgebaut werden. Die Selbstbegrenzung nach außen bedarf der Selbstbehauptung durch eine Wehrhaftigkeit der Demokratien nach innen.
  • Gerade angesichts wirtschaftlicher und technischer Verflechtungen werden politische Grenzen als Grundlage für eine steuernde Politik gebraucht.

 

In die Thematik führt Prof. Dr. Peter Brandt, Direktor des DTIEV, ein, er moderiert die Veranstaltung auch.

Gerd Dapprich | 23.09.2016