Öffentliche Vorträge bei FILORED-Forschungskolloquium gehalten

Zwei südamerikanische Professoren aus Partnerhochschulen der FernUniversität sprachen über rechts- und wirtschaftsphilosophische Themen. Der Kooperation gehören neun Universitäten an.


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Prof. Miguel Giusti aus Lima (li., stehend Prof. Thomas Sören Hoffmann) sprach über aktuelle Formen der Rezeption der Hegelschen Rechtsphilosophie, dann...

Im Rahmen eines Forschungskolloquiums des deutsch-lateinamerikanischen Forschungs- und Promotionsnetzwerks FILORED fanden jetzt an der FernUniversität in Hagen zwei öffentliche Vorträge statt, die zu Schwerpunktthemen der Netzwerkarbeit von zwei Vertretern von lateinamerikanischen Partneruniversitäten der FernUniversität gehalten wurden.

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... verfolgten die Zuhörenden ebenso interessiert den wirtschaftsphilosophischen Vortrag von Prof. Dr. Carlos Hoevel.

Nach einer Kurzpräsentation von FILORED durch dessen Hagener Koordinator, Prof. Dr. Thomas Sören Hoffmann (Lehrgebiet Praktische Philosophie), erörterte Prof. Dr. Dr. h.c. Miguel Giusti von der Pontificia Universidad Católica del Perú in Lima aktuelle Formen der Rezeption der Hegelschen Rechtsphilosophie, insbesondere solche durch die „Frankfurter Schule“. Giusti zeigte dabei auf, dass nicht jede vermeintliche „Aktualisierung“ eines klassischen Textes auch einen Fortschritt für dessen Verständnis bedeuten muss: Gerade Hegels Rechtsphilosophie könnte der heutigen Zeit dann etwas zu sagen haben, wenn man sie von ihren eigenen Verstehensvoraussetzungen, nicht von den gerade vorherrschenden her liest.

Der Vertreter der Universidad Católica Argentina (UCA) in Buenos Aires, Prof. Dr. Carlos Hoevel, sprach danach zu einem Thema aus der Wirtschaftsphilosophie. Hoevel zeigte am Beispiel des italienischen systematischen Philosophen Antonio Rosmini (1797–1855) auf, dass heute teilweise neu entstehende Debatten über das Menschenbild der Ökonomie, das Verhältnis von Wirtschaft und Ethik, Eigennutz und Anerkennung äußerer, objektiver Ansprüche an die Form des Handelns oftmals gar nicht unbedingt neu sind, sondern Vorgeschichten im Nachdenken über die Wirtschaft haben, wie man sie bei den Klassikern der Praktischen Philosophie antreffen kann.

Das Netzwerk hat sich insbesondere die Förderung von deutsch-lateinamerikanischen Doppelpromotionen im Bereich der klassischen deutschen Philosophie zum Ziel gesetzt. Bei den Besprechungen im Kreis der Verantwortlichen wurde in diesem Zusammenhang vereinbart, neue Forschungs- und Promotionsprojekte zum Verhältnis von Wirtschaft und Kultur zu unterstützen. Aktuell sind im Rahmen von FILORED, dessen Arbeit offiziell 2014 begonnen wurde und dem inzwischen drei deutsche und sieben lateinamerikanische Universitäten angehören, die ersten beiden binationalen Promotionsverfahren eröffnet worden – eines in Kooperation von Hagen und Valparaíso (Chile), das andere in Zusammenarbeit von Hagen und Buenos Aires.

Ausführliche Informationen zu FILORED sind zu finden unter http://www.fernuni-hagen.de/filored/

Gerd Dapprich | 26.09.2016