„Imperiales Bauen“

Um „Architektur und Stadtplanung im Kontext großer Reiche“ geht es am 5. und 6. November bei der Fachkonferenz von FernUni-Prof. Jürgen Nagel und des Vereins für Geschichte des Weltsystems.


Das expansive Denken großer Reiche umfasste stets ein Bedürfnis nach Repräsentation, das auch in ihren Bauprogrammen Ausdruck fand. Hiermit befasst sich die Fachkonferenz „Imperiales Bauen: Architektur und Stadtplanung im Kontext großer Reiche“ am Freitag und Samstag, 5. und 6. November, in Hagen. Sie findet im Rahmen des Hagener Forschungsdialogs der FernUniversität im Seminargebäude, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen, Räume 4 und 5. Veranstalter sind Prof. Dr. Jürgen G. Nagel, Lehrgebiet Geschichte Europas in der Welt, und der Verein für Geschichte des Weltsystems. Die Veranstaltung wendet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende und externe Fachleute. Auch wissenschaftlich interessierte Bürgerinnen und Bürger sind willkommen.

Das expansive Denken großer Reiche und Imperien umfasste stets ein Bedürfnis nach Repräsentation, das nicht zuletzt in ihren Bauprogrammen Ausdruck fand. Dieses Erbe ist bis heute in Gestalt architektonischer Denkmäler präsent. Ihr Anblick fordert die Frage nach Kontinuitäten, Mustern und Umbrüchen in den imperialen Erscheinungsformen von Architektur und Städtebau heraus. Dieser Frage widmet sich das Symposium „Imperiales Bauen“, das in Zusammenarbeit mit dem „Verein für Geschichte des Weltsystems“ veranstaltet wird.

Vertreterinnen und Vertreter der Geschichtswissenschaft, der Archäologie und der Kunstgeschichte stellen Fallbeispiele vor, die vom Römischen Kaiserreich bis zum Staatssozialismus der 1950-er Jahre reichen, und diskutieren epochenübergreifende Grundmuster sowie regionale und epochale Besonderheiten imperialer Bauprogramme:

  • Jan Papenberg M.A. (Universität Tübingen): Rom – Sehen und Bauen. Bauprogramme in der Hauptstadt des Römischen Reichs
  • PD Dr. Felix Hinz (Universität Paderborn): Die Teocallis von Tenochtitlán als Manifestation einer Herrschaft durch Furcht
  • Dr. Nino Vallen (Freie Universität Berlin): Building for Justice – Creole Politics and the Architecture of Mexico's Viceregal Palace
  • Prof. Dr. Hans-Heinrich Nolte (Universität Hannover): Die Basiliuskathedrale auf dem Roten Platz als imperiales Bauprogramm
  • Barbara Schneider M.A. (FernUniversität in Hagen): Wagner am Rio Negro und Verdi am Nil – Beobachtungen zur Geschichte und Bedeutung zweier Opernhäuser jenseits des europäischen Kontinents
  • Prof. Dr. Jürgen G. Nagel (FernUniversität in Hagen): Koloniale Stadtplanung zwischen Alltag und Utopie – die Fälle Asmara und LeCorbusier
  • Prof. Dr. Jörn Düwel (Hafen City University Hamburg): Städtebau im Nationalsozialismus – die „Führerstadt“ Hamburg
  • Frank Hager M.A. (FernUniversität in Hagen): Bauen für den Sozialismus? – Architektur und Stadtplanung in der Ära Ulbricht im Spannungsfeld zwischen Ideologie und Lebenswelt
  • Dr. Susanne Stein (Universität Tübingen): An der Schnittstelle imperialer Planungen – Städtebau und Architektur in Changchun, 1931 – 1959
Gerd Dapprich | 05.10.2016