Prof. Hans-Werner Six verstorben

Der ehemalige Leiter des Lehrgebiets Software Engineering an der FernUniversität führte als Dekan drei Fachbereiche zur Fakultät Mathematik und Informatik zusammen.


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Prof. Hans-Werner Six (2009)

„Ich wollte immer gern Professor werden – wegen Forschung und Lehre. Und weil man keinen Chef hat.“ Anlässlich seines 65. Geburtstages am 21. Dezember 2009 begründete Prof. Dr. Hans-Werner Six mit dem ihm eigenen trockenen Humor seinen Wunsch, eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Wie die Fakultät für Mathematik und Informatik der FernUniversität in Hagen erst jetzt erfuhr, ist der geschätzte Professor für Software Engineerung am 30. August 2016 verstorben. Als Gründungsdekan der neu geformten Fakultät führte er die drei Fachbereiche Mathematik, Informatik sowie Elektrotechnik und Informationstechnik zusammen.

Den Ruf an die FernUniversität erhielt Hans-Werner Six (geboren am 21. Dezember 1944) 1985. Hier war er schon 1984 Lehrstuhlvertreter gewesen. In dieser Zeit war er zweimal Dekan, 1987 bis 1988 und 2006 bis 2008.

Software Engineering, ein Fach mit interdisziplinärem Charakter, war ganz nach dem Geschmack von Hans-Werner Six. Die von dem breiten Gebiet ausgehenden vielfältigen Herausforderungen faszinierten ihn: „Wer Software Engineering in Forschung und Lehre vertritt, muss komplexe Software entwickeln können, die auch in der Praxis einsetzbar ist.“ In der Forschung arbeiteten Six und sein Team zuletzt schwerpunktmäßig an der modellgetriebenen Softwareentwicklung.

Six studierte zunächst in Göttingen Mathematik, wechselte dann ins Operations Research im Rahmen eines Wirtschaftsingenieurstudiums in Karlsruhe. Sein dortiger Doktorvater Prof. Maurer vermittelte ihm „die Informatik als etwas Intelligentes”. Über die Promotion 1978, die Habilitation 1983, einige Lehrstuhlvertretungen und einen Ruf auf eine Professur für Theoretische Informatik an der Universität Osnabrück trat Six 1985 seine erste Professur als Wirtschaftsinformatiker an der TU Darmstadt an.

Der überzeugte Verfechter des Fernstudiums lehnte, nachdem er Professor in Hagen geworden war, zwei Rufe ab. Für den Lernraum Virtuelle Universität der FernUniversität entwickelte er eine Reihe von Werkzeugen, die zum Standard wurden. Auch für TestDaF, den universitären Zulassungstest Deutsch als Fremdsprache, entwickelte er die webbasierte Software zur Unterstützung der weltweiten Durchführung und stellte den Computer-basierten Test fertig.

Mit dem Ende des Wintersemesters 2009/2010 trat Hans-Werner Six in den Ruhestand.

Menschlich, gerade heraus, offensiv und engagiert: So werden seine Kolleginnen und Kollegen, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, seine Studentinnen und Studenten Hans-Werner Six in Erinnerung behalten und vermissen. Die FernUniversität in Hagen hat ihm viel zu verdanken. Ihr Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

Gerd Dapprich | 28.10.2016