US-Amerikaner William Brett Youens mit dem DAAD-Preis ausgezeichnet

Der 42-jährige Student der FernUniversität wurde für seine herausragenden Leistungen im Mathematik-Studium und für sein gesellschaftliches Engagement beim Dies Academicus geehrt.


Der Preisträger mit Blumen und Urkunde mit Rektorin Pellert und Sparkassen-Chef Walter
Auszeichnung für Mathematik-Student William Brett Youens: Rektorin Prof. Ada Pellert und Sparkassen-Vorstand Frank Walter gratulieren

„Es ist so unglaublich wichtig, dass es die FernUniversität gibt“, sagt DAAD-Preisträger William Brett Youens. „Ich bin sehr dankbar, als Nichtdeutscher hier studieren zu können.“

Der 42-jährige Mathematik-Student ist jetzt beim Dies Academicus der FernUniversität als erster US-Amerikaner mit dem Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender ausgezeichnet worden - und zwar für seine herausragenden Leistungen im Fach Mathematik. Sein Nebenfach Informatik, seine Bachelor-Arbeit sowie bisher drei Leistungen in Mathematik hat der Teilzeit-Student mit einer Durchschnittsnote von 1,0 abgeschlossen. Als Preisträger ausgewählt wurde er aber auch aufgrund seines gesellschaftlichen Engagements in seiner Wahlheimat Tübingen. Der Berufsmusiker betreut dort unter anderem eine syrische Flüchtlingsfamilie und hat während seines Klavier-Aufbaustudiums als Dirigent und Arrangeur das Laienorchester „Orchestra Portae Apertae“ aufgebaut.

Musik und Mathematik

Youens lebt und arbeitet bereits seit dem Jahr 2000 als Musiklehrer, Komponist und Ragtime-Pianist in Deutschland. Zuvor hatte er ein Musikstudium in den USA abgeschlossen. Sein Fernstudium in Hagen verdankt er auch dem Rat eines guten Freundes. „Ich dachte zuerst, dass mit der Anmeldung für das Studium unendlich viele Formalitäten verbunden seien und wusste nicht, ob ich mich darauf einlassen wollte. Mein Freund war aber überzeugt, dass das Studium an der FernUni das Richtige für mich wäre und hat deswegen alle nötigen Unterlagen für mich online organisiert“, erzählt er. „Als er mir das präsentierte, sah ich, dass es doch nicht so kompliziert war und habe mich geschlagen gegeben. Bereut habe ich es keine Sekunde. Es war und ist eine tolle Entscheidung.“

Auch weil William Brett Youens bestes Beispiel für das lebenslange Lernen ist. „Ich möchte mich ständig weiter bilden und beschäftige mich sehr intensiv mit Dingen“, sagt er über sich selbst. Unterschiedlichste Themen und Tätigkeiten hat er ausprobiert, vom Dartspiel zum Tuba-Lernen bis zum Online-Kurs in Physik. 2010 war die Zeit reif für etwas Neues, nämlich sein Fernstudium in Hagen. „Es hat ein wenig gedauert, bis ich die Sprache der Mathematik verstanden habe“, sagt Youens. Inzwischen erklärt er in seinem Youtube-Kanal mathAHA mathematische Fragen, die er früher einmal nicht verstanden hat und sich mit Hilfe der Studienbriefe Schritt für Schritt erarbeitet hat.

Neben der Qualität des Lehrmaterials schätzt er an der FernUni die zeitliche und räumliche Flexibilität. „Einmal war ich auf Konzertreise in Amerika und habe kurz vor einem Auftritt noch per Video-Konferenz bei einer Veranstaltung von Prof. Dr. Luise Unger einen Vortrag gehalten“, erinnert er sich. „Das finde ich einfach toll. Selbst wenn man in Amerika ist, ist die FernUni ganz nah.“

Der DAAD-Preis für herausragende Leistungen ausländischer Studierender mit nicht-deutscher Muttersprache ist mit 1000 Euro dotiert. Bei der jährlichen Vergabe im Rahmen des Dies Academicus wird ein Student oder eine Studentin der FernUniversität mit besonderen akademischen Leistungen und bemerkenswerten gesellschaftlichen Engagement geehrt. Der US-amerikanische Staatsbürger William Brett Youens mit Muttersprache Englisch ist der erste Preisträger aus den USA.

Mit Flüchtlingen gemeinsam Musik machen

Für ihn liegt sie ohnehin viel näher als die Präsenz-Universität in seinem Wohnort Tübingen. „Nicht präsent zu sein, ist für mich die einzige Möglichkeit zu studieren“, sagt der Familienvater und Berufsmusiker. Nur so kann er Familie, Beruf und seine unterschiedlichen Interessen unter einen Hut bringen. Nur so kann er sich Freiräume für sein gesellschaftliches Engagement schaffen. Ans Herz gewachsen ist ihm unter anderem die syrische Flüchtlingsfamilie, die gegenüber auf der anderen Straße lebt. „Wir machen zum Beispiel gemeinsam Musik und lernen die deutsche Sprache“, sagt er. Auch für dieses Engagement ist er als Preisträger ausgewählt worden.

Das spornt an für die Zukunft. Der FernUniversität bleibt er weiter verbunden. Den Master in Mathematik hat er bereits fest eingeplant.

Carolin Annemüller | 18.11.2016