„‚Jude sein heißt Kämpfer sein‘ – Der Journalist Artur Schweriner (1882–1941)“

Position zu beziehen, den Gegner mit spitzer Zunge in die Ecke zu treiben war charakteristisch für den auch in Lüdenscheid tätigen Journalisten. Die Veranstaltung findet am 23. November statt.


„‚Jude sein heißt Kämpfer sein‘ – Der Journalist Artur Schweriner (1882–1941)“ ist der Titel des Vortrags im Lüdenscheider Gespräch am Mittwoch, 23. November. Referenten sind Dr. Dietmar Simon (Lüdenscheid) und Jürgen Hartmann (Nordhorn). Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid. Sie findet im Rahmen des Hagener Forschungsdialogs der FernUniversität statt, Veranstalter ist das Institut für Geschichte und Biografie.

Dr. Dietmar Simon (Lüdenscheid) ist Historiker und Gymnasiallehrer. Jürgen Hartmann (Nordhorn) Historiker und Pressesprecher in Niedersachsen.

Position beziehen, dem Gegner mit offenem Visier entgegentreten, ihn mit Scharfsinn, spitzer Zunge und einer gehörigen Portion Humor in die Ecke treiben – charakteristisch für den in Vergessenheit geratenen deutsch-jüdischen Journalisten Artur Schweriner. Eine in Arbeit befindliche Biographie soll dieses nun ändern. Wer war dieser Mann, der bislang nur in Randnotizen Erwähnung gefunden hat? Erkennbar ist, dass sein Leben als Paradebeispiel für eine politisch und kulturell engagierte Existenz zwischen Kaiserreich und Emigration gelten kann.

Der aus Czarnikau stammende Schweriner lebte die meiste Zeit seines Lebens in Berlin, wo er als Mitarbeiter des Centralvereins der deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens (CV) gegen den marschierenden Antisemitismus auftrat. Zuvor war er mehrere Jahre als Zeitungsredakteur in Bad Salzuflen und in Lüdenscheid tätig. Auf zahlreichen Agitationsreisen durch ganz Deutschland warb er für die deutsch-jüdische Sache, verantwortete die CV-Zeitung und ein besonderes Kampfblatt gegen die Nazis, bis ihn die Machtübernahme 1933 ins Exil trieb. In den USA setzte er seine journalistische Arbeit im deutsch-amerikanischen Milieu fort, wo er ebenfalls gegen antisemitische Tendenzen focht, um dann viel zu früh zu sterben.

Weitere Informationen sind per E-Mail an Eva.Engelhardt@FernUni-Hagen.de erhältlich.

Gerd Dapprich | 10.11.2016