Mit Kurzfilm: „Lehre@all – Gender in der digitalen Lehre und im Fernstudium“

Wie können Genderkompetenzen bei Lehrenden aufgebaut und in der Lehre eingesetzt werden? Das stand im Fokus der Veranstaltung „Lehre@all – Gender in der digitalen Lehre und im Fernstudium“.


Kurzfilm über die Veranstaltung Lehre@all (4 Min.). Auf dem Bild: Gesprächsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern aller vier Fakultäten der FernUniversität: Prof. Dr. Luise Unger (Fakultät für Mathematik und Informatik, 2.v.r.), Prof. Dr. Robert Gaschler (Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften, rechts), Prof. Dr. Andreas Haratsch (Rechtswissenschaftliche Fakultät, 3.v.l.), Prof. Dr. Jürgen Weibler (Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, 3.v.r.) sowie Dr. Elke Wiechmann (Mitglied der Gleichstellungskommission, 2.v.l.) berichteten von ihren Erfahrungen in der Umsetzung einer gendersensiblen Lehre in ihrer eigenen Fachdisziplin.

Die Chancengleichheit der Geschlechter fördern, zum Abbau von geschlechterstereotypen Denkweisen und konkreten Benachteiligungen beitragen: Auch an diesen Zielen misst sich heute die Qualität von Lehre. Geschlechtergerechte Hochschullehre steigert die Qualität von Lehre, indem sie Lehrenden und Lernenden Methoden an die Hand gibt, mit kultureller und sozialer Vielfalt umzugehen. Doch wie können Genderkompetenzen bei Lehrenden aufgebaut und diese konkret in der Gestaltung der eigenen Lehre eingesetzt werden? Wie hilft zudem die Digitalisierung dabei, Lehrformen und -angebote gendersensibler zu gestalten?

Diese Fragen standen im Fokus der Veranstaltung „Lehre@all – Gender in der digitalen Lehre und im Fernstudium“, zu der die Gleichstellungskommission der FernUniversität in Hagen jetzt eingeladen hatte. Ziel der Veranstaltung war es, vorwiegend Lehrende und an der Gestaltung von Lehre beteiligte Personen für eine gendergerechte Lehre zu sensibilisieren. Ihnen sollten konkrete Anregungen an die Hand gegeben werden, wie Inhalte und Erkenntnisse aus der Geschlechterforschung in der eigenen Lehre berücksichtigt und unter anderem durch den Einsatz digitaler Medien umgesetzt werden können.

Partizipative Mediengestaltung in Bildungskontexten

So führte nach Grußworten von Prorektor Prof. Dr. Theo J. Bastiaens und Dr. Stefan Kracht, stellvertretender Vorsitzender der Gleichstellungskommission, zunächst Prof. Dr. Heike Wiesner fachlich in das Thema ein. Unter dem Titel „Gender & E-Learning: partizipative Mediengestaltung in Bildungskontexten“ gab die Expertin für E-Learning und Gender an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin grundlegende Erläuterungen zur Gender-Thematik. Wiesner zeigte auf, dass Studierende geschlechtsspezifische Anforderungen an die Vermittlung von Wissen haben und durch partizipative, medial gestützte Lehrgestaltung Geschlechterungleichheiten abgebaut werden können.

Im Anschluss lernten die gut 60 Teilnehmenden in einem von Nicole Engelhardt (ZMI) organisierten Workshop Umsetzungsmöglichkeiten einer gendergerechten Lehre kennen und tauschten Erfahrungen aus. Am Nachmittag fand eine Gesprächsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern aller vier Fakultäten der FernUniversität statt. Prof. Dr. Luise Unger (Fakultät für Mathematik und Informatik), Prof. Dr. Robert Gaschler (Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften), Prof. Dr. Andreas Haratsch (Rechtswissenschaftliche Fakultät), Prof. Dr. Jürgen Weibler (Fakultät für Wirtschaftswissenschaft) sowie Dr. Elke Wiechmann (Mitglied der Gleichstellungskommission) berichteten von ihren Erfahrungen, aber auch von Herausforderungen und Bedenken, die sie in der Umsetzung einer gendersensiblen Lehre in ihrer eigenen Fachdisziplin haben.

Vier Personen stehen an einem Tisch und diskutieren.
Tauschten ihre Erfahrungen aus: In einem Workshop lernten die Teilnehmenden auch neue Umsetzungsmöglichkeiten einer gendergerechten Lehre kennen.

Posterausstellung mit Beispielen für Genderinhalte in Lehre und Forschung

Dass für die FernUniversität das Thema „Gender in der Lehre“ kein ganz neues ist, zeigte die Posterausstellung, die die Veranstaltung rahmte und Beispiele für Genderinhalte in Studienmaterialien sowie in Forschungsprojekten an der Hochschule aufzeigte. Die Ausstellung machte vor allem deutlich, welche unterschiedlichen Facetten gendergerechte Lehre hier aktuell hat. Manche Lehrgebiete bieten bereits Kurse und Module mit konkreten Inhalten der Geschlechterforschung an, während andere Lehrgebiete hier noch am Anfang stehen.

„Wir haben bereits viele engagierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ihre Lehre gendergerecht gestalten und Genderforschung in ihre Lehrinhalte und ihre Forschungsaktivitäten integrieren“, fasste Dr. Stefan Kracht zusammen. „Es bleibt aber auch noch viel zu tun. Das Ziel der Gleichstellungskommission ist es, dieses Engagement weiter zu fördern, den Anteil genderbezogener Studieninhalte auszubauen und noch mehr Lehrende und Forschende unserer Universität für die Erkenntnisse der Geschlechterforschung zu begeistern“.

Die Ergebnisse der Veranstaltung werden dokumentiert und in einer Tagungsbroschüre sowie Video-Mitschnitten aufbereitet. Diese sind ab Anfang 2017 auf den Internetseiten zur Gleichstellung zu finden: https://www.fernuni-hagen.de/gleichstellung/

Carolin Annemüller | 21.12.2016