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Aktuelles - Dezember 2016

Die Frauenquote hemmt die Teamarbeit

Es sind eine Frauenarm und eine Männerhand zu sehen, die beide auf ein Papier auf einem Schreibtisch zeigen:  Eine Quotenregelung wirkt sich auf die Bereitschaft zur Zusammenarbeit von Frauen und Männern aus.
Die Quotenregelung wirkt sich auf die Bereitschaft von Frauen und Männern aus, zusammenzuarbeiten. (Foto: Thinkstock/Choreograph)

Frauen bleiben immer noch auf der Karriereleiter stecken und sind in Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert. Dabei ist die Gleichstellung der Geschlechter schon lange eine gesellschaftliche Forderung – und inzwischen gesetzlich verankert: Seit dem 1. Januar 2016 gilt die feste Geschlechterquote von 30 Prozent für neu zu besetzende Aufsichtsratsposten in börsennotierten und voll mitbestimmten Unternehmen.

Leistung versus Geschlecht

Ähnliche Regelungen plus Sanktionsdrohungen gelten seit 2016 auch im Öffentlichen Dienst und damit an Hochschulen. Die gewünschte Wirkung, signifikante Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsgremien, wird nicht ausbleiben. Welche Auswirkungen eine Quotenregelung darüber hinaus hat, ist bislang wenig erforscht. Diplom-Volkswirtin Angela Dorrough und Prof. Dr. Andreas Glöckner vom Lehrgebiet Urteilen, Entscheiden, Handeln am Psychologischen Institut der FernUniversität in Hagen haben sich gemeinsam mit Dr. Monika Leszczynska von der New York University und Prof. Manuela Barreto von der University of Exeter mit diesem Thema beschäftigt.

In zwei Laborexperimenten haben sie untersucht, wie sich die Kooperationsbereitschaft von Männern und Frauen vor und nach der Einführung einer Geschlechterquote darstellt. „Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Quote negativ auf Kooperationsbereitschaft auswirkt, während eine Auswahl nach persönlicher Leistung die Kooperationsbereitschaft der involvierten Personen eher erhöht“, sagt Angela Dorrough. Darüber hinaus fanden die Forscherinnen und der Forscher heraus: Die Auswahl nach Geschlecht wird als weniger fair wahrgenommen als die Auswahl nach Leistung.

Nebeneffekte vermeiden

„Nun stellt sich die Frage, wie man solche negativen Nebeneffekte vermeiden kann“, sagt Dorrough. Dies sollen weitere Studien des Teams ergeben, die durch das Interne Forschungsförderprogramm Genderforschung der FernUniversität unterstützt werden. „Wir möchten entsprechende Vorschläge auf wissenschaftlicher Basis erarbeiten. Denn eins ist unbestritten: Die Quotenregel ist zweifelsohne wichtig.“

Anja Wetter | 07.12.2016
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