Der Mensch im Mittelpunkt

Neue Blickwinkel auf den Faktor Mensch eröffnete der 4. Forschungstag IT-Sicherheit NRW. Gastgeberin war die FernUniversität in Hagen.


Blick ins Plenum
Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft kamen zum 4. Forschungstag IT-Sicherheit. (Foto: FernUniversität, Pressestelle)

„Der Mensch ist bei Fragen der IT-Sicherheit oft das schwächste Glied in der Kette“, fasst Informatiker Prof. Dr. Jörg Keller zusammen. „In unserer Forschung und Lehre müssen wir diesen Aspekt daher verstärkt berücksichtigen.“ Das nimmt der Leiter des Lehrgebiets Parallelität und VLSI an der FernUniversität in Hagenmit aus den Vorträgen und Diskussionen beim 4. IT-Sicherheitstag NRW.

Die FernUniversität als Gastgeberin

Erstmals war die FernUni Gastgeberin der Veranstaltung zur IT-Sicherheit, die vielfältige Begegnungen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ermöglichte. Wie lebendig die Szene zur IT-Sicherheit in NRW ist, zeigte das breite Spektrum der Teilnehmenden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Universitäten und Fachhochschulen auf der einen Seite, Vertreterinnen und Vertreter vom Start-Up über kleinere Firmen bis zu großen Unternehmen wie IT-Dienstleister Materna kamen auf den Campus nach Hagen.

Der Mensch als häufige Fehlerquelle

Eingeladen hatte das Netzwerk nrw.uniTS, um über ein nicht hinreichend erforschtes Thema zu informieren: Bei der Verwendung, Entwicklung und Administration von IT-Systemen tritt der Mensch als häufige Fehlerquelle auf und erhöht das Risiko von Angriffen. Diese Problemlage ist im Zuge der Digitalisierung auch an der FernUniversität ein Thema, wie Rektorin Prof. Ada Pellert in ihrer Begrüßung herausstellte. In Forschung, Lehre, aber auch ihrem Arbeitsalltag als Rektorin. Um Lösungen zu finden, seien Impulse aus der Wirtschaft auch für den Wissensstandort Hagen unverzichtbar. Pellert baute eine Brücke zur regionalen Wirtschaft, die unter anderem vom Geschäftsführer der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen, Dr. Ralf Geruschkat, vertreten wurde.

„Auch wenn Wissenschaft und Wirtschaft mit ihren unterschiedlichen Interessen nicht immer zusammenfinden, lohnt der Blick auf die andere Seite des Zauns“, betonte FernUni-Wissenschaftler Prof. Keller. Welches sind die drängenden IT-Probleme, die in der Praxis vorkommen? Welche Lösungen und neuen Themenfelder gibt es? In drei thematischen Slots stand der Mensch als Risikofaktor im Mittelpunkt: in der Entwicklung von IT-Lösungen, als Zielscheibe in Unternehmen und als Risikofaktor in der IT-Sicherheit – wie auch in Kellers Vortrag „Menschen verwechseln reelle und reale Zahlen – mit Folgen für die IT-Sicherheit“.

Fast alle Bürgerinnen und Bürger sind betroffen

Betroffen von der Thematik sind nicht nur die Wissenschaft und Wirtschaft, sondern fast alle Bürgerinnen und Bürger. Im Jahr 2015 waren fast 85 Prozent der Menschen in Deutschland online. Bei der Recherche im Internet, in Sozialen Netzwerken und beim Onlinebanking hinterlassen sie digitale Spuren und Daten, die gespeichert, weitergegeben und ausgewertet werden. „NRW ist seit vielen Jahren führend im Bereich der IT-Sicherheitsforschung. Viele Lösungen für die digitale Welt stammen aus NRW und das soll auch so bleiben“, ließ Svenja Schulze als Schirmherrin des Forschungstages in ihren letzten Tagen im Amt als Wissenschaftsministerin übermitteln. Ihr Ministerium initiierte 2016 die Erstellung einer Forschungsagenda, um den Bereich IT-Sicherheit in NRW auszubauen.

Carolin Annemüller | 30.06.2017