Wissenschaftliches Wohlfühlerlebnis bei Tagung mit Nobelpreis-Trägern

Mit Spitzenwissenschaftlern konnte Linda Glawe vom Lehrstuhl für Makroökonomik der FernUniversität bei der Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften lernen und ins Gespräch kommen.


Ein „Wohlfühlerlebnis“ der ganz besonderen Art hatte die FernUni-Wissenschaftlerin Linda Glawe bei der 6. Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften: Hier war die 25-jährige eine von 350 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern aus 66 Nationen, die mit 17 Trägern des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaft diskutieren und sich inspirieren lassen konnten: „Das hat meine Motivationen noch weiter erhöht!“ freut sich die Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insb. Makroökonomik (Prof. Dr. Helmut Wagner) der FernUniversität in Hagen: „Ich selbst konnte mit Nobelpreis-Träger Christopher Pissarides sprechen. Wo hat man sonst als junge Wissenschaftlerin die Gelegenheit dazu? Alle Nobelpreis-Träger haben unsere Forschungsarbeiten und uns ernst genommen, uns mit ihren Fragen herausgefordert und uns wichtige Hinweise gegeben.“ Auch die hochinteressanten Diskussion mit anderen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, „die für ihre Forschung ‚brennen‘“, haben sie motiviert und inhaltlich weitergebracht: „Es war eine außergewöhnliche Zeit.“ Die Eröffnungsrede der Tagung hielt EZB-Chef Mario Draghi.

Linda Glawe, eine 25-jährige Wissenschaftlerin, und Nobelpreis-Träger Christopher Pissarides stehen nebeneinander und schauen in die Kamera.
Ein Highlight war für Linda Glawe das Gespräch mit Nobelpreis-Träger Christopher Pissarides. (Foto: privat)

Hohe Erwartungen noch übertroffen

In den Veranstaltungspausen mischten sich die Spitzen-Wissenschaftler unter den Nachwuchs. Linda Glawe konnte Christopher Pissarides, der 2010 den Preis bekam, ihre Forschungen vorstellen – und der Nobelpreisträger fragte interessiert nach. Eines seiner Modelle hat für Glawes Forschungen zu Strukturwandel und Wachstumstheorie große Bedeutung. Die Hagener Wissenschaftlerin begeistert: „Klasse, jemandem ‚live‘ zu begegnen, der für die eigene Forschung so inspirierend ist!“ Edward C. Prescott, Preisträger im Jahr 2004, wollte von ihr wissen, warum gerade ihre Forschung wichtig ist: „Seine Frage stellte mich schon vor eine Herausforderung, aber sie war sehr freundlich gestellt und ich glaube, dass es für beide Seiten ein angenehmes Gespräch war.“

Wie ist Linda Glawes persönliche Bilanz? Die 25-jährige, die bereits mit 17 Jahren an der FernUniversität zu studieren begann, überlegt nur kurz: „Meine Erwartungen waren hoch, sie wurden in jeder Hinsicht sogar noch übertroffen. Alles zusammen war einfach ein großer ‚Think Tank‘! Hochinteressant waren die Forschungsergebnisse der Nobelpreis-Träger und die Trends, die sich ‚live‘ viel besser erkennen ließen als in ihren Veröffentlichungen. Ich wurde in meiner Forschungsmotivation durch das gesamte Umfeld, also ebenso durch die Kolleginnen und Kollegen, die oft ganz andere Blickwinkel haben, weiter bestärkt. Man muss dort ja immer wieder seine Arbeit ‚verkaufen‘. Erkenntnisse aus den Diskussionen mit ihnen konnte ich bereits vor Ort verwenden, als ich an meiner Promotion weitergearbeitet habe.“ Vorgeschlagen für die Teilnahme hatte sie ihr Doktorvater Prof. Wagner.

Zahlreiche jungen Menschen schauen gebannt in eine Richtung.
Linda Glawe (3.v.li.) bei einer Panel Session im Kreise anderer Top-Nachwuchswissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler (Foto: Julia Nimke / Lindau Nobel Laureate Meetings)

Alfred-Nobel-Gedächtnispreis

Die teilnehmenden Studierenden, Doktorandinnen und Doktoranden, Postdoktorandinnen und Postdoktoranden zählen zu den Besten ihres Fachs. Sie konnten mit 17 Trägern des „Preises der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel“ – der im Allgemeinen als „Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft“ bezeichnet wird – zusammentreffen. Dafür mussten sie ein mehrstufiges internationales Auswahlverfahren durchlaufen, an dem zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen, Universitäten und auch Preisträger beteiligt waren.

In Lindau erwartete sie ein viertägiges Programm mit Vorträgen und Podiumsdiskussionen: „Nach einem kurzen ‚Science Breakfast‘ hatten wir morgens die Option, mit Fachleuten aus Unternehmen anwendungsbezogene Themen zu diskutieren“, berichtet Linda Glawe. Dem schlossen sich fünf bis sechs halbstündige Vorlesungen von Nobelpreisträgern an, die über ihre Forschungsschwerpunkte informierten oder zu aktuellen Themen Stellung nahmen: „Auch, wer wegen anders gelagerter Forschungsinteressen kein konkretes Wissen dazu hatte, wurde ‚mitgenommen‘“.

Nach den Vorlesungen gab es noch Podiumsgespräche, zu denen das Auditorium online Fragen an die Spitzen- und Nachwuchswissenschaftler oben stellen konnten. Diskutiert wurde auch über die Forschungen, die junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Seminaren vorstellten.

Abends gab es wieder informelle Gesprächsmöglichkeiten. Bei einem bestens organisierten Ausflug waren die wissenschaftlichen VIPs dabei. Linda Glawe nutzte diese Gelegenheiten auch, um neben den Diskussionen über die eigenen Arbeiten die Forschung an der FernUniversität in Hagen ins rechte Licht zu rücken.

Weitere Informationen zu der Veranstaltung (externer Link)

Gerd Dapprich | 18.09.2017