Sechs Monate in Stockholm forschen

Die Schwedische Reichsbank hat der FernUni-Historikerin Prof. Felicitas Schmieder den 27. Schwedischen Forschungspreis für die Geistes- und Sozialwissenschaften zuerkannt.


Foto: FernUniversität
Prof. Felicitas Schmieder

„Schwedisch muss ich für die Arbeit in Stockholm nicht lernen, einfache schwedische Texte kann man als Mitteleuropäerin verstehen oder sich erschließen. Ansonsten sprechen viele Schweden Deutsch, und an der Universität ist Englisch die Verkehrssprache.“ Prof. Dr. Felicitas Schmieder kann sich also ganz auf ihre wissenschaftliche Arbeit konzentrieren, wenn sie dort im Winter 2018/19 ein halbes Jahr lang gemeinsam mit anderen Historikerinnen und Historikern forschen wird.

Möglich macht ihr dies der Jubiläumsfonds der Schwedischen Reichsbank (Sveriges Riksbank). In Kooperation mit der Alexander von Humboldt-Stiftung hat er der Leiterin des Lehrgebiets Geschichte und Gegenwart Alteuropas an der FernUniversität in Hagen den 27. Schwedischen Forschungspreis für die Geistes- und Sozialwissenschaften zuerkannt.

Sveriges Riksbank

Die Sveriges Riksbank ist die älteste noch existierende Zentralbank der Welt. Sie hat die alleinige Verantwortung für die Geldpolitik Schwedens. Anlässlich ihres 300-jährigen Bestehens im Jahr 1968 stiftete sie den Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschafts­wissenschaften, der auch als Wirtschaftsnobelpreis bekannt ist.

Vorgeschlagen wurde Prof. Schmieder von der Universität Stockholm, mit deren Mittelalter-Institut die FernUni-Forscherin wissenschaftliche Kontakte zur Geschichte Europas unterhält: „Kulturwissenschaftlich wird das moderne Europa als Gesamtheit durch das legitimiert, was sich seit dem Mittelalter entwickelt hat. Es gibt aber auch andere Ansätze. Bei meinem Aufenthalt in Stockholm wollen wir die unterschiedlichen Identitäten heutiger Länder untersuchen und vergleichen. So hat Schweden eine ganz andere religiöse Geschichte als Deutschland, die seine Identität stark beeinflusst.“

Bereits im Juni wird Felicitas Schmieder nach Stockholm fliegen, um dort im Rahmen der schwedisch-deutschen Kooperation bei einem Festakt einen Vortrag zu halten.

Gerd Dapprich | 27.02.2018