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Dieter Schmauß: der Literatur-Versorger

Interview mit Dieter Schmauß, der über 30 Jahre in der FernUni-Bibliothek gearbeitet hat: „Man ist als Hauptabteilungsleiter mit zuständig für den gesamten Aufbau des Bestandes. Man fängt praktisch mit dem ersten Buch an. Und wenn man ausscheidet, hat man fast eine Million.“ Foto: FernUniversität, Jakob Studnar

Biographisches

  • 1941 geboren in Rinteln an der Weser
  • 1970 Anstellung an der Universitäts­bibliothek Ulm, erste Versuche mit EDV
  • 1975 Hauptabteilungs­leiter der FernUni-Bibliothek
  • ab 1985 neue Herausforderungen durch Digitalisierung (Online-Hbz-Katalog, PC-Nutzung in FernUni-UB, CDs, Vernetzung)
  • 1996 kommissarische Leitung der UB
  • 1998 UB-Leiter
  • 2005 Ruhestand

Die Universitätsbibliothek sollte ein einschichtiges System mit einem Katalog für alle Bücher und ohne Institutsbibliotheken sein. Außerdem sollte es nur Bücher bei den Hochschullehrern, die auf 21 Standorte verteilt waren, nach deren Bedarf geben. Eine zentrale Lehrbuchsammlung sollte die Studierenden versorgen: „Auf Anfrage, damals natürlich alles in Papierform“, erinnert sich Dieter Schmauß.

Elektronisch

Für den Aufbau der Bibliotheken der neuen NRW-Gesamthochschulen war das 1973 gegründete Hochschulbibliothekszentrum (Hbz) des Landes von großer Bedeutung, in dem die FernUni 1976 Mitglied wurde. Die Daten für die gesamte Katalogisierung wurden bis 1986 auf Floppy-Discs nach Köln geschickt und dort zeitaufwändig eingearbeitet und ausgedruckt. 1985 ging das Hbz online: „Wir konnten direkt in den Verbund ‚reinkatalogisieren‘.“ Wenig später kamen die ersten PCs, mit CD-Laufwerken: „Man hatte auf einmal Volltexte auf CD.“

Vernetzt

1986/87 begann die Zeit der vernetzten PCs. Die UB baute ein kleines Netz mit vier PCs auf: Über ein an einer Außenwand verlegtes Kabel konnten die Nutzerinnen und-Nutzer der UB auf die Daten eines Rechners zugreifen: „Auf einmal kamen unwahrscheinlich viele Datenbanken auf CD. Und das hatten wir dann ganz schnell alles im Netz.“

Informativ

1988 gab es die ersten Informationssysteme, Datenbanken auf (auswärtigen) Großrechnern: „Die Wissenschaftler mussten zu uns kommen in unseres Informationsvermittlungsstelle IVS und wir haben dann Recherchen gemacht.“ IVS war ein riesiger Fortschritt für alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der FernUniversität wegen der vielen neuen Zugänge zu Informationen auch anderer als der eigenen Disziplin.

Schnell

Mikrofiche und CDs waren bald überholt, alle wollten Online-Kataloge haben. Für die Datenmengen waren die Netze aber noch nicht gut genug. Also wurde für die Kataloge CDs produziert. 1996 kam der Umbruch zum Internet: „Für uns war die Online-Welt natürlich immer das Kommunikationszentrum eines dezentralen Systems mit zentraler Bibliothek und mit den ganzen Studienzentren. Jedes war ganz toll für uns“, so Dieter Schmauß. „Wir konnten unsere Dienstleistungen auf diese Weise für eine Bibliothek unwahrscheinlich schnell verteilen. Da waren wir eigentlich immer im Land mit an der vordersten Stelle und auch im Bund.“


Über das Projekt „Zeugen der Zeit“

Interviews und Redaktion:
Dr. Almut Leh (Institut für Geschichte und Biographie)

Produktion:
Jennifer Dahlke, Alexander Reinshagen, Sascha Senicer (Zentrum für Medien und IT)

Texte:
Carolin Annemüller, Susanne Bossemeyer, Gerd Dapprich, Anja Wetter, Multimediale Umsetzung: Oliver Baentsch, Maren Volkmann (Dezernat 7 Hochschulstrategie und Kommunikation)

Fotos:
Jakob Studnar, Stefanie Loos, Archiv der FernUniversität

Plakate:
Gabriele Gruchot (Dez. 5 Technische Medienadministration)

FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de